IT+Technik Ideenmanagement: So halten Sie Ihre Geschäftsideen digital fest

Immer mehr Firmen setzen auf die Cloud.

Immer mehr Firmen setzen auf die Cloud.© iStockphoto

In deutschen Unternehmen schlummern viele Verbesserungsvorschläge, die nie umgesetzt werden. impulse stellt Programme vor, mit denen Sie Ihre Ideen - und die Ihrer Mitarbeiter - effizienter managen können.

Mitarbeiter können regelrechte Innovationsmaschinen sein – schließlich kennen sie die Probleme im Tagesgeschäft meist besser als die Führungsebene. Viele Verbesserungsideen versanden jedoch in Unternehmen oder werden nur halbherzig weiterverfolgt, weil der Chef allein als Innovationsmotor nicht immer ausreicht und ein System für die Ideenverwaltung fehlt. „Vor allem in kleinen Betrieben besteht diese Gefahr“, mahnt Michael Stephan, Professor für Technologie- und Innovationsmanagement an der Philipps-Universität Marburg.

Er hat im vergangenen Jahr – in Zusammenarbeit mit der Innovationsberatung der Industrie- und Handelskammer Hessen – die bisher umfassendste Erhebung zum Thema Ideenmanagement im deutschsprachigen Raum herausgebracht. 730 Betriebe haben bei der Befragung mitgemacht, für 193 Unternehmen liegen sogar vollständige Datensätze vor. Ergebnis: An neuen Ideen mangelt es hierzulande nicht, an einer konsequenten Umsetzung schon. „Die Herausforderung für Unternehmer liegt vor allem darin“, sagt Stephan, „mit der Flut an Ideen effizient umzugehen.“

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Eine einfache Möglichkeit, ein betriebliches Vorschlagswesen aufzubauen, können Software-Lösungen bieten. Die folgenden vier Programme können kleinen Unternehmen kostengünstig dabei helfen, ihre Geschäftsideen digital festzuhalten und zu verwalten.
Evernote

Das kann es: Mit dem Cloud-Service Evernote können Sie Gedanken, Mitschriften, Fotos, Audiofiles und sogar Filme digital zu einer Notiz verknüpfen. Im Gegensatz zum guten alten Notizzettel, lässt sich jede Evernote-Notiz neben einer Überschrift auch mit mehreren Schlagworten versehen. Sogar Handschriften können mithilfe der Erweiterung WritePad von der Software erkannt werden. Dank der umfassenden Suchfunktion lassen sich einmal gemachte Aufzeichnungen leicht wiederfinden. Außerdem besteht die Möglichkeit, die digitalen Notizen in verschiedenen Büchern abzuspeichern, zu verwalten und mit Mitarbeitern oder Freunden zu teilen. Das ermöglicht digitales Feedback ohne lange E-Mail-Korrespondenzen.

Das kostet es: Evernote ist in der Basisversion kostenlos, eine bestehende Internetverbindung ist notwendig. In der Businessversion für 10 Euro pro registriertem Nutzer und Monat lässt sich der Dienst auch offline nutzen. Außerdem sind in der kostenpflichtigen Version die Möglichkeiten für digitales Teamwork weit ausgefeilter als in der Basisvariante.

Eignet sich vor allem als digitales Gedächtnis, um Gedankenblitze und Zwischenschritte komplexer Teamprojekte festzuhalten.

Das sollten Sie beachten: Im Frühjahr 2013 wurde Evernote gehackt. Usernamen, Passwörter und Mailadressen des Notizdiensts wurden ausgelesen. Evernote musste – trotz Verschlüsselung – die Zugangsdaten aller User zurücksetzen. Der Fall verdeutlicht: Sobald ein Dienst auf einem fernen Cloudserver operiert, ist er für Hacker ein mehr oder weniger leichtes Ziel. Große Firmengeheimnisse sollten Sie deshalb nicht mit Evernote teilen.
Idea Catalyst

Das kann es: Idea Catalyst wurde an der Sheffield University Management School entwickelt. Die Software prüft neue Konzepte, indem sie Fragen an ein Geschäftsmodell stellt – zum Beispiel: Warum braucht es die Neuentwicklung eigentlich und wie unterscheidet sie sich von anderen? Was sind die nächsten Schritte, die Sie gehen müssen, um Ihre Idee umzusetzen? Von wem können Sie Feedback erwarten? Wer die Fragen gewissenhaft beantwortet, kann viel Zeit sparen, wenn aus der losen Geschäftsidee ein konkreter Businessplan wird.

Das kostet es: Idea Catalyst ist kostenlos.

Eignet sich für Projekte und Geschäftsideen, die schon etwas weiter fortgeschritten sind und zur Organisation eines Businessplans.

Das sollten Sie beachten: Idea Catalyst gibt es momentan leider nur in englischer Sprache. Die App wurde für das mobile Apple-Betriebssystem iOS entwickelt. Windows-Nutzer müssen das Programm über iTunes öffnen.
Stormboard

Das kann es: Wer sagt eigentlich, dass man zum Brainstormen im selben Raum sitzen muss? Mit dem Webdienst Stormboard können Unternehmen, die auf mehrere Standorte verteilt sind, in Echtzeit online ihre Geistesblitze auf virtuellen Klebenotizen austauschen, ihre Ideen im Chat kommentieren und sogar über einzelne Vorschläge abstimmen. Weil die Stormboard-Webseite für mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets optimiert ist, können Mitarbeiter auch außerhalb von Meetingzeiten spontane Eingebungen digital festhalten.

Das kostet es: Stormboard ist in der Basisversion kostenlos. Allerdings können in der Gratisvariante nur maximal fünf Mitarbeiter an dem digitalen Brainstorming teilnehmen. Wer mehr Mitarbeiter in den Innovationsprozess einbinden möchte, kann auf die Startup- (fünf US-Dollar pro Nutzer und Monat) oder Team-Version (zehn US-Dollar pro Nutzer und Monat) umsteigen. In der Team-Version lassen sich die Ergebnisse einer Stormboard-Session auch als PDF oder Excel-Tabelle exportieren.

Eignet sich für eine schnelle Ideenfindung – vor allem in Betrieben, die mehrere Standorte unterhalten.

Das sollten Sie beachten: Allen Beteuerungen auf der Stormboard-Website zum Trotz, gilt das gleiche wie bei Evernote: Cloud-Dienste sind anfällig für Hackerangriffe. Stormboard gibt es nur auf Englisch.
Clu

Das kann es: Clu funktioniert wie eine Art Firmen-Facebook, auf dem sich Ideenwettbewerbe starten, Innovationen dokumentieren und Kundenmeinungen in Ideenprozesse eingliedern lassen. Die Webplattform, die klassische Elemente des Innovationsmanagements mit den Funktionen eines sozialen Netzwerks verbindet, ist 2007 als Ausgründung an der Hochschule Darmstadt entstanden.

Das kostet es: Der Quelltext der Clu-Software ist Open Source. Unternehmen können das Programm kostenlos herunterladen und nutzen. Das Clu-Team bietet bei Bedarf jedoch kostenpflichtige Zusatzleistungen an: Dazu gehören Beratung im Umgang mit der Software und Programmierdienstleistungen, um die Clu-Plattform an die Bedürfnisse des eigenen Betriebs anzupassen.

Eignet sich für die komplette Steuerung und Organisation von Ideen- und Innovationsprozessen.

Das sollten Sie beachten: Weil Clu so vielseitig eingesetzt werden kann und neben Mitarbeitern sogar Kunden und Zulieferer in die digitale Ideenfindung einbezogen werden können, sollte die Führungsebene vorher genau prüfen, wie sich die Software in betriebliche Innovationsprozesse integrieren lässt. Ein Beratungsgespräch mit dem Clu-Team und entsprechende Schulungen der Mitarbeiter sind dafür sicher sinnvoll.
impulse-Magazin Oktober 2014Mehr zum Thema lesen Sie im impulse-Magazin 10/14.

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