Management So investiere ich ins Familienunternehmen

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Die Baustelle

Die Baustelle

Wenn sich eine Firma räumlich vergrößern muss, ist das ein gutes Zeichen - aber auch ein anstrengendes Unterfangen: Unternehmerin Marie-Christine Ostermann baut eine neue Lagerhalle. Welche Widrigkeiten sie dafür überwinden muss, beschreibt sie in ihrem Blogbeitrag.

Unser Familienunternehmen Rullko ist über die letzten 90 Jahre stetig gewachsen. Wir begannen einst mit Fahrrad und Pferdekutsche als Lebensmittelgroßhandel von Nährmitteln und Konserven. Heute ist das Unternehmen Vollsortimenter und liefert Lebensmittel aller Art von unserem Zentrallager in Hamm an Altenheime und Krankenhäuser. Außerdem betreibt Rullko einen Abholgroßmarkt für Gastronomen an unserem zweiten Standort in Hamm-Rhynern.

Über die Jahrzehnte haben wir unser Zentrallager immer wieder erweitert und teilweise Grundstücke dazugekauft, um die Lagerflächen zu vergrößern. Ein weiterer Anbau ist auf unserer Fläche nun nicht mehr möglich, aber dennoch brauchen wir dringend ein größeres Lager. Denn vor allem die Nachfrage nach Tiefkühlprodukten wächst stark.

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Wir brauchen mehr Platz

Für die Lösung des Problems kamen drei Optionen in Betracht: der Ankauf einer weiteren Fläche am Zentrallager-Standort in Hamm, der Kauf eines Grundstücks an einem ganz neuen, dritten Standort oder die Nutzung brachliegender Fläche an unserem Großmarkt-Standort in Rhynern.

Bei der Baustellenbesichtigung

Bei der Baustellenbesichtigung

Die erste Option war unmöglich, da der für uns in Frage kommende Platz nebenan, wo Zirkusse auftreten oder Flohmärkte stattfinden, unverkäuflich ist. Die zweite Option, ein neuer Standort, hätte zu hohe Kosten verursacht. Wir entschieden uns stattdessen für die dritte Option, neben unserem Großmarkt in Rhynern ein zusätzliches Lager zu bauen.

Die gegenüberliegende Pferdewiese interessierte uns dafür sehr. Allerdings wünschten sich die Anwohner des Stadtteils lieber ein schönes Verwaltungsgebäude, sagten uns die lokalen Politiker vor Ort, aber auf keinen Fall noch eine weitere riesige Lagerhalle. Außerdem standen Teile der Wiese unter Naturschutz. Somit hätte sich der Baugenehmigungsprozess sehr kompliziert über viele Jahre hingezogen und Zeit hatten wir keine.

Bestehende Flächen besser nutzen

Somit entschlossen wir uns, unseren großen Parkplatz und die Rasenflächen am Großmarkt besser zu nutzen. Dafür musste die alte Non-Food-Halle des Großmarktes abgerissen und an einer anderen Stelle zwischen dem Großmarkt und unserer Cafeteria auf 2500 Quadratmeter neu errichtet werden. Auf der frei werdenden Fläche bauen wir nun gerade eine neue Tiefkühlhalle, die 5000 Quadratmeter umfasst und im Spätsommer 2014 fertig sein wird.

Die Tiefkühlware wird somit vom Zentrallager in Hamm in die neue, doppelt so große Tiefkühlhalle in Rhynern verlagert. Am Zentrallager wird dann die Kühlware (Molkereiprodukte, Wurst, etc.) in den deutlich größeren, ehemaligen Tiefkühlbereich umgelagert. Außerdem schaffen wir Platz, um den Warenausgang am Zentrallager auf die doppelte Anzahl an Ladetoren zu erweitern.

Am Zentrallager in Hamm benötigen wir 25 Tore für unsere LKW. An unserer neuen Tiefkühlhalle in Rhynern werden 7 Ladetore errichtet. Da unsere LKW täglich den Standort Rhynern anfahren, um an unserer eigenen freien Tankstelle zu tanken, können sie ohne Umwege Tiefkühlware zuladen. Noch dazu liegt der Standort Rhynern direkt an der Autobahn A2.

Finanzierung durch Eigenkapital

Finanziert werden unsere Investitionen hauptsächlich durch Eigenkapital, das die Firma über die letzten Jahrzehnte erwirtschaftet hat. Zu einem kleinen Teil sind die neuen Hallen auch kreditfinanziert, weil die niedrigen Zinsen einen Kredit derzeit sehr günstig machen. Wir achten aber auf eine hohe Eigenkapitalquote, damit wir nachts ruhig schlafen können und viel Sicherheit haben.

Allerdings: da ich mich schon so auf die Eröffnung der neuen Tiefkühlhalle zusammen mit dem 50. Jubiläum des Rullko Großmarktes in einigen Wochen freue, hatte ich schon ruhigere Nächte. Mit diesen kleinen Nebenwirkungen unseres Neubaus kann ich aber gut leben.

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