Inzwischen rückt immer mehr der Deutschen liebstes Kind in den Fokus: das Auto. „Mittlerweile gibt es mehr illegal überwachte Fahrzeuge als Räume“, sagt Lauschabwehrexperte Manfred Fink. Am Steuer wird konferiert, akquiriert und disponiert.
Auf den Autobahnen fühlen sich viele Unternehmer unbeobachtet. Ein Trugschluss! Wanzen und Peilsender werden serienmäßig mitgeliefert. Über Freisprechanlage und Navigation ist jedes Wort, jede Bewegung nachzuvollziehen. „Man muss die Daten nur abgreifen“, sagt Fink.
Selbst Neuwagen können manipuliert sein
Selbst Neuwagen können bereits manipuliert sein. Diese Erfahrung machte gerade ein Unternehmen, das für die Geschäftsführung drei neue Firmenwagen bestellte. Fink baute mit seinem Team die Autos bis aufs Chassis zurück. Winzige Kameras schickte er durch Hohlräume, röntgte Komponenten, vermaß die Verkabelung, suchte mit einer Differenzspektrumanalyse Funkaussendungen. Das Ergebnis: In alle Autos waren zwei Überwachungssysteme eingebaut worden. „Wäre eines ausgefallen, hätte das zweite über Funk aktiviert werden können“, erklärt Fink. Hier waren Profis am Werk. Wo und wann die Autos manipuliert worden sind, klären jetzt die Behörden. Vermutlich bei der Auslieferung.
Pipelinebauer Vietz können solche Fälle nicht mehr überraschen. Er musste für seinen Leichtsinn teuer bezahlen. Jetzt fühlt er sich sicher. Der Verfassungsschutz hat ihm eine Firma empfohlen, die seinen Betrieb technisch absichert. Dass er dennoch von Menschen hintergangen wird, kann er nicht hundertprozentig ausschließen. Aber er ist vorsichtig geworden: „Hinter jedem Busch vermute ich heute einen Räuber.“
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