Management Tipps aus der Praxis: So grenzen Sie sich von großen Ketten ab

Kirsten Albrecht betreibt seit 2006 das Modegeschäft "Lille Synd" in Hamburg – und behauptet sich seitdem erfolgreich gegen die großen Modeketten. impulse.de hat sie ihr Erfolgsrezept verraten.

Seien Sie kreativ und halten Sie Ihre Nase ständig in den Wind!
Angefangen habe ich 2006 mit Mode aus Skandinavien – daher kommt auch der Name „Lille Synd“. Mit der Zeit sind in Hamburg aber immer mehr Geschäfte auf diesen Zug aufgesprungen. Deswegen habe ich mein Geschäft inzwischen international ausgerichtet. „lille Synd“ bietet nun Marken aus Belgien, den Niederlanden, Österreich und Serbien an. Das sind oft Designer, die noch nicht lange auf dem deutschen Markt sind bzw. ihre ersten Kollektionen zeigen.

Ich achte sehr darauf, innovative Materialien anzubieten, Fair Trade, Bio-Baumwolle und Ware aus nachhaltiger Produktion, Recycling-Produkte. Das ist etwas, mit dem man auch als kleiner Einzelhändler bestehen kann. Wichtig ist mir auch, dass die Mode nur in Europa hergestellt wird, zum Beispiel in Portugal, Frankreich, Deutschland, Polen oder Serbien. Die Nachfrage nach ethisch vertretbaren Produkten ist kontinuierlich gewachsen und hat aufgrund der Berichterstattungen aus Asien in den letzten Monaten noch einmal sprunghaft zugelegt.

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Besetzen Sie Nischen!
Ich habe mein Geschäft auf eine ältere Ziegruppe ausgerichtet und biete die Konfektionsgrößen 34 bis 48 an. Zudem sind Farbe und Muster mein Konzept gegen den Mainstream. Bei „lille synd“ gibt es ausschließlich Marken, die man nicht bei Zalando & Co findet. Bieten Sie zudem unterschiedliche Preiskategorien an.

Bieten Sie eine ehrliche und typgerechte Beratung!
Eine typgerechte und ehrliche Beratung ist ganz wichtig! Schon beim ersten Besuch konzentriere ich mich auf die Bedürfnisse meiner Kunden und versuche, auf jeden Typ individuell einzugehen. Das ist zeitintensiv, aber meine Kunden wissen das sehr zu schätzen und empfehlen „lille synd“ unter anderem auch deshalb weiter. Ich veranstalte auch Themenabende mit Farb- und Musterberatungen, zu denen eine professionelle Typberaterin ins Geschäft kommt.

Bauen Sie eine Kundenbindung auf, setzen auf Empfehlungsmanagement…
…nicht nur im Gespräch, sondern auch mit Extraleistungen! Sofort nach Geschäftseröffnung habe ich eine Kundenliste angelegt, die im Laufe der Jahre kontinuierlich gewachsen ist, und nunmehr 600 Adressen umfasst. Diese Verteiler nutze ich, um meine Kundinnen über neue Marken und Produkte zu informieren, und sie zu Modeschauen und Themenabenden einzuladen. Für Stammkunden habe ich eine Kundenkarte entwickelt, die bei Einlösung einen Einkaufsgutschein in Höhe von 100,- Euro ergibt.

Achten Sie auf die Bestellmengen!
Kaufen Sie von Marken, bei denen Sie die Bestellmenge selbst bestimmen können! Wenn Sie komplette Pakete oder Mindestbestellmengen abnehmen müssen, ist die Gefahr groß, dass Sie am Ende auf vielen Teilen sitzen bleiben und sie stark reduziert verkaufen müssen. Ich kaufe nur Marken ein, bei denen ich die Menge frei bestimmen kann.

Finden Sie den richtigen Platz für ihre Werbekommunikation!
Anzeigen in Zeitschriften sind für kleine Boutiquen oft zu teuer. Sie bringen meiner Erfahrung nach eigentlich nichts, es sei denn, sie sind an einen redaktionellen Beitrag gekoppelt. Zielgerecht und erfolgsversprechender sind Verbundanzeigen, mit den umliegenden Geschäften, z.B. zu Weihnachten oder den Verkaufsoffenen Sonntagen. Nutzen Sie Schaukästen in jeglicher Form: Einträge auf Labelfindern, Kundenbewertungsportalen, Nachschlagewerken, Ausstellungsvitrinen und aktualisieren Sie diese regelmäßig. Auch Social Media ist hier ein wichtiges Thema – aber nur mit sinnvollen Inhalten für Ihre Kundinnen. Und nicht zuletzt: eine eigene Homepage ist Ihre Visitenkarte im Internet.

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