Innovationsneigung Warum Sie in Ihrer Firma am Steuer bleiben sollten

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Der Kapitän ist an Bord: Dann stimmt auch die Innovationsneigung des Unternehmens, wie eine Studie zeigt.

Der Kapitän ist an Bord: Dann stimmt auch die Innovationsneigung des Unternehmens, wie eine Studie zeigt.© pontchen / photocase.de

Wächst das Unternehmen schnell, gibt der Gründer die Geschäftsführung häufig ab - weil er sich freiwillig zurückzieht oder weil Investoren lieber einen Profi am Steuer wollen. Doch diesen Schritt sollte man überdenken.

Ein Unternehmen gründen und dann aussteigen und die Firma für viel Geld verkaufen – das kommt für Unternehmer aus Leidenschaft nicht in Frage: Ihre Firma ist ihr Ein und Alles. Doch zahlt sich diese Hingabe auch wirtschaftlich aus? Dieser Frage ist ein Forscherteam der Krannert School of Management der US-Universität Purdue nachgegangen.

Die Wissenschaftler untersuchten die 500 größten börsennotierten amerikanischen Unternehmen; darunter gibt es etliche, die noch von ihren Gründern geführt werden: Prominente Beispiele sind etwa Facebook, Netflix, Amazon und Fedex. Das Ergebnis ihrer Studie: Tatsächlich sind gründergeführte Unternehmen innovativer, erfolgreicher und finanziell gesünder als jene, bei denen der Gründer von Bord gegangen ist.

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Warum gründergeführte Unternehmen so erfolgreich sind

Doch warum sind sie so erfolgreich? Die Forscher verweisen hier auf andere Forschungen, in denen drei Gründe für den Erfolg von gründergeführten Unternehmen belegt werden konnten.

1. Sie sind risikofreudig
So konnte etwa bewiesen werden, dass Gründer auch in riskante Projekte investieren, die typisch für technische Innovationen sind. Externe Manager trauen sich das häufig nicht – weil sie Angst haben, bei einem Scheitern gefeuert zu werden.

2. Sie fördern Innovationen
Gründer sind nicht nur selbst offen für Innovationen, sie fördern auch den Erfindergeist in ihrer Belegschaft: So ermutigen sie ihre Mitarbeiter, neue Ideen zu entwickeln, und stellen gern kreative Querdenker ein.

3. Sie haben einen langen Atem
Gründer streben eher ein langfristiges Wachstum an als externe Manager. Daher sind sie mehr dazu bereit, in Innovationen zu investieren, die im ersten Schritt zwar Geld kosten, sich aber langfristig auszahlen.

Welche Bedenken entkräftet wurden

Kritische Stimmen aus der Forschung argumentieren, man solle den Gründer durch einen professionellen CEO ersetzen, wenn ein Unternehmen wachse. Dieser sei erfahrener und treffe rationalere Entscheidungen. Zudem würden sich Gründer schnell wachsender Unternehmen ohnehin an das Verhalten professioneller Firmenchefs anpassen und objektiver, konservativer und vorsichtiger entscheiden. Diese Bedenken bestätigten sich in der Studie jedoch nicht.

Könnten deutsche Dax-Konzerne womöglich noch erfolgreicher sein, wenn sie noch von ihren Gründern geleitet würden? Immerhin haben nur zwei der 31 Dax-Chefs im Laufe ihrer Karriere schon einmal ein Unternehmen gegründet.


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