Jeffrey Immelt „Wir gewinnen auf Märkten – nicht in Konferenzräumen“

16 Jahre lang war Jeffrey Immelt CEO von General Elecric. Jetzt gibt er den Staffelstab weiter - zusammen mit ein paar Ratschlägen.

16 Jahre lang war Jeffrey Immelt CEO von General Elecric. Jetzt gibt er den Staffelstab weiter - zusammen mit ein paar Ratschlägen. © dpa picutre alliance

CEO Jeffrey Immelt verabschiedet sich von General Electric. Zuvor schrieb er seinem Nachfolger und seinem Team, was er in 16 Jahren als Top-Chef gelernt hat. Seine wichtigsten Tipps.

Nach 16 Jahren als CEO ist Schluss: Jeffrey Immelt hat beim amerikanischen Mischkonzern General Electric seinen letzten Arbeitstag absolviert. (Mittlerweile ist er als neuer Mann für den derzeit kopflosen Fahrdienstleister Uber im Gespräch.) Der Amerikaner hat den Konzern durch schwierige Jahre geführt – beginnend mit dem 11. September 2001, über Rezension und Finanzkrise. Immelt baute das Traditionsunternehmen erfolgreich um und trieb die Digitalisierung voran. Seither gilt er vielen als Vorbild.

Doch Immelt ging nicht, ohne vorher einige Tipps an seinen Nachfolger weiterzugeben – in einem Text, der unter anderem auf dem amerikanischen Karriereportal auf LinkedIn erschien. Immelts Führungslektionen aus 16 Jahren General Electric sind auch für andere Unternehmer inspirierend.

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„Setze Dir hohe Ziele.“

Wer seine Ziele erreichen wolle, sollte sich auf das konzentrieren, was wichtig ist, schreibt Immelt. Man müsse immer bereit sein zu kämpfen, um seinen Ruf zu schützen, und jede Minute des Tages wachsam bleiben.

„Triff die schweren Entscheidungen.“

Niemand treffe gern schwere oder gar unpopuläre Entscheidungen, schreibt Immelt. Aber das gehöre nun mal zum Job. Er selbst hat als CEO zahlreiche Entscheidungen getroffen, die Kritik auslösten. Immelt trennte sich etwa von vielen traditionsreichen Geschäftsbereichen und kaufte die Energiesparte des französischen Konkurrenten Alstom. „Als CEO sollte man keine Angst vor Verurteilungen oder Kritik haben“, rät er seinem Nachfolger. Man könne ohnehin nicht kontrollieren, was passiere: „Aber Du kannst Dich selbst kontrollieren.“ Gute Führungskräfte entschieden sich für den Weg, den sie richtig finden – auch wenn dieser schwierig sei.

„Die Zukunft kommt. Entschuldige Dich niemals, in sie zu investieren.“

Immelt rät, die langfristige Zukunft des Unternehmens stets im Blick zu behalten. Für ein Unternehmen sei langfristiger Erfolg wichtiger als kurzfristiger. Manchmal hätten die GE-Eigentümer einen anderen Zeithorizont im Visier gehabt oder sich mehr auf die Ergebnisse fokussiert als auf den Prozess: „Aber gute Geschäftsleute legen auch Wert auf den Weg.“

„Behalte viele Gedanken für Dich.“

„Die besten Führungskräfte sind vielseitige Denker“, schreibt Jeffrey Immelt. Ein guter Chef sollte sich gut mit der unternehmerischen Strategie und den Details auskennen und 10 bis 20 Jahre vorausschauend denken – aber auch das aktuelle Quartal im Blick halten. Er solle vorausschauen und kurzfristig, groß und klein denken können. Doch wenn es nach Immelt geht, sollte ein Chef nicht immer alles sagen, was er denkt: „Lass ein paar Dinge ungesagt, sodass andere das letzte Wort haben können.“

„Verteile die Macht.“

Immelt schreibt, für ihn sei es immer wichtig gewesen, seinen Teams vertrauen zu können und ihnen die Macht zu geben, selbst zu entscheiden. „Wir bewegen uns am schnellsten, wenn die einzelnen Teams selbstbestimmt und zielgerichtet arbeiten.“

„Wir gewinnen auf Märkten – nicht in Konferenzräumen.“

Laut Immelt läuft man gerade in großen Unternehmen Gefahr, den Kontakt zur Außenwelt zu verlieren. Das dürfe aber nicht passieren, schließlich seien es die Kunden, die über den Erfolg entscheiden. Grundsätzlich müsse man immer bereit sein zu experimentieren – und auch mal zu scheitern. „Um zu gewinnen, muss man etwas tun und nicht reden“, schreibt Immelt.

„Liebe Deine Arbeit mehr als Deinen Titel.“

Aus Konferenzen und Präsentieren scheint sich Immelt nicht viel zu machen: Solche Aufgaben hielten einen nur von der eigentlichen Mission ab, schreibt er in seinem Blogeintrag.“Ich habe mir nie viel daraus gemacht, ein CEO zu sein, aber ich habe die Vielzahl an Aufgaben geliebt, die ein CEO macht.“ Bei General Electric zählten das Ziel und das Engagement – nicht die Hierarchien.

„Führe im Moment, gib alles, was Du hast … und wertschätze Arbeit, Arbeiter und Arbeitsplätze.“

Das Wichtigste, schreibt Jeffrey Immelt, sei für ihn in jeder Minute sein Team gewesen. Als Chef komme es darauf an, persönliche Beziehungen aufzubauen. „Top Performer – egal in welchem Bereich – wollen etwas tun, das einen Unterschied macht. Sie wollen Teil von etwas Größerem sein.“


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