Delegieren lernen So gelingt es Ihnen loszulassen

Wenn Mitarbeiter ständig Rückfragen haben, tritt beim Delegieren ein Jojo-Effekt ein und der Chef gewinnt keine Zeit. Daher sollte man einen Prozess definieren.

Wenn Mitarbeiter ständig Rückfragen haben, tritt beim Delegieren ein Jojo-Effekt ein und der Chef gewinnt keine Zeit. Daher sollte man einen Prozess definieren. © Dana S. Rothstein / Fotolia.com

Die schlechte Nachricht zuerst: Delegieren muss man lernen. Die gute: Man KANN es lernen. Mit den Tipps von Unternehmercoach Stefan Merath schaffen Chefs den Anfang.

Mit kleinen Aufgaben anfangen

Klingt simpel, wird aber dennoch häufig nicht beachtet: Unternehmer sollten sich zuerst am Abgeben von kleineren Aufgaben probieren. Wenn nämlich bei dieser Übergabe etwas schiefgeht, dann sei das meist nicht dramatisch, sagt Stefan Merath.

Zum Beispiel: Mitarbeiter schreiben die Stellenausschreibung, laden Bewerber ein und führen vielleicht sogar die ersten Gespräche eigenständig. Erst bei der Endauswahl ist dann der Unternehmer beteiligt. „Das spart eine Menge Zeit und Arbeit.“

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Kontrolle vorher vereinbaren

„Viele Unternehmer kontrollieren nur sehr ungern“, sagt Merath. Wenn Mitarbeiter und Chef aber vorher verabreden, in welchen Abständen sie sich austauschen und welche Zahlen der Chef regelmäßig sehen möchte, falle es vielen leichter. Eine klare Vereinbarung über Kontrolle und Kennzahlen helfe beiden Seiten.

Konsequent sein

Was hilft die beste Übergabe, wenn Unternehmer bei der ersten Gelegenheit doch wieder schwach werden? Wenn Mitarbeiter laufend mit Rückfragen zum Chef kommen oder fragen: „Wie haben Sie das gemacht?“, dann sollten Unternehmer hart bleiben. Merath rät zum strikten Abblocken von Rückfragen.

Statt zu antworten sollten Chefs ihre Mitarbeiter um eigene Lösungsvorschläge bitten. „Diese Konsequenz muss der Unternehmer mitbringen, sonst wird er Aufgaben nie übergeben können.“

Aufgaben dauerhaft übergeben

Unternehmer sollten einen Jojo-Effekt unbedingt vermeiden. Der entsteht immer dann, wenn sie eine Aufgabe zwar an Mitarbeiter abgegeben haben, diese sich aber immer wieder an den Chef wenden. Etwa weil sie Nachfragen haben, einen Meilenstein erreicht haben oder sich einfach absichern wollen.

„Ich darf nicht einfach nur die Aufgabe abgeben, sondern sollte einen Prozess definieren“, sagt Merath. Dazu gehörten auch Kennzahlen und Ziele, an denen das Ergebnis gemessen werden könne. „Der Mitarbeiter arbeitet dann eigenständig auf das Ergebnis hin.“

Geduldig sein

Am Anfang werden Mitarbeiter die Aufgaben langsamer erledigen als der Chef – schließlich hat er einfach mehr Übung und die Aufgaben vielleicht schon lange gemacht.

„Wenn der Mitarbeiter aber einige Zeit geübt hat, dann wird er es irgendwann besser können als der Chef“, sagt Experte Merath, „Er kann sich besser darauf fokussieren.“ Unternehmer würden schließlich meist sehr viele Dinge gleichzeitig machen. Häufig fehle die nötige Ruhe, um sich auf Aufgaben zu konzentrieren.


Tipps fürs Delegieren

Chefs, die richtig delegieren können, haben mehr Zeit fürs Wesentliche – und zufriedenere Mitarbeiter. Mehr darüber, wie das gelingen kann, lesen Sie in unserem Artikel: „Delegieren: 10 Tipps, wie Sie Aufgaben abgeben“

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