Arbeitsunfälle Warum immer mehr Unfälle tödlich enden

In der Baubranche ist die Unfallgefahr mit am höchsten.

In der Baubranche ist die Unfallgefahr mit am höchsten.© skyla80/photocase

Stürze, Schwerhörigkeit oder Rückenleiden: Der tägliche Job birgt Risiken. In diesen Branchen sind Arbeitsunfälle und Krankheiten am gefährlichsten.

Wie entwickelten sich die Risiken im Job über die vergangenen Jahre? Einen Überblick gibt ein neuer Regierungsbericht zur Arbeitssicherheit, der an diesem Mittwoch im Bundeskabinett beraten werden soll. Die wichtigsten Trends:

Wie hat sich die Zahl der Arbeitsunfälle entwickelt?

Im vergangenen Jahr ist sie auf einen neuen Tiefststand von rund 956.000 gesunken. Vor 20 Jahren waren es noch mehr als doppelt so viele. Seitdem sank die Zahl kontinuierlich. Grund für den Rückgang sind mehr Aufklärung und verstärkter Arbeitsschutz. Besonders oft kommen Arbeitsunfälle im Verhältnis zu den Beschäftigten im Bau sowie bei der Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung vor.

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Wie viele Arbeitsunfälle endeten tödlich?

2014 waren es 639. Zwar bedeutet dies einen Anstieg um 33 im Vergleich zum Vorjahr. Doch geht die Zahl seit Jahren zurück – waren es 1960 noch fast 4900 tödliche Unfälle, unterschritt die Zahl 2004 erstmals die 1000er-Marke und sank dann weiter ab.

Woher rührt der jüngste Anstieg tödlicher Unfälle her?

Auffällig ist, dass er fast ausschließlich auf mehr Menschen zurückgeht, die während der Berufsausübung auf der Straße gestorben sind. Hier gab es einen Anstieg um fast 24 Prozent auf 152 Fälle. Es liegt also nahe, hierin Auswirkungen des Wirtschaftsaufschwungs und der Ausweitung des Transportgewerbes zu sehen.

In welchen Branchen ist das Risiko am größten?

Landwirtschaft und Jagd stehen mit 139 an der Spitze, gefolgt von Baustellenarbeiten und Bauinstallation mit 78 und dem Landverkehr, also etwa der Güterbeförderung auf der Straße, mit 76.

Wie entwickelten sich die Wegeunfälle?

Auch diese Unfälle auf dem Weg zur Arbeit gingen zurück – nämlich von rund 188.000 auf 176.000. Vor zehn Jahren waren es noch 191.000, vor zwanzig 247.000. Tödliche Wegeunfälle gab es im vergangenen Jahr 332. Insgesamt ist sicherere Technik der Hauptgrund für einen Rückgang der Verkehrsunfälle in Deutschland.

Welche Trends gibt es bei den Berufskrankheiten?

Ein Verdacht auf Berufskrankheiten wurde 2014 rund 75.000 Mal registriert, 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl schwankte in den vergangenen Jahren. Es gab 2014 rund 17.000 anerkannte Leiden dieser Art. Tödlich endeten Berufskrankheiten 2469 Mal (2013: 2357) – Hauptursache sind nach wie vor Asbestfolgeerkrankungen.

Welche Arten von Krankheiten fallen hier auf?

Die Bandbreite ist groß – Beispiele: Verdacht auf Schwerhörigkeit wegen Lärms gab es rund 12.200 Mal, auf Bandscheibenleiden wegen schwerer Lasten oder Beugehaltung 5400 Mal, auf Lungen- oder Kehlkopfkrebs wegen Asbest 4300 Mal oder auf berufsbezogene Hautkrankheiten 24.400 Mal.

Was ging der Wirtschaft durch Arbeitsunfähigkeit verloren?

Mit einer durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeitsdauer von 14,4 Tagen je Arbeitnehmer ergaben sich im vergangenen Jahr 543 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage. Die volkswirtschaftlichen Produktionsausfälle werden auf 57 Milliarden Euro geschätzt.

Wie haben sich die Unfälle von Schülern entwickelt?

Die Unfälle in Schule, Tagesbetreuung und Hochschule nahmen um 5,9 Prozent auf 1,28 Millionen zu, die auf dem Schulweg um 2 Prozent auf 110.000 ab. Tödlich endeten 36 Unfälle auf dem Schulweg und 6 während der Schulzeit.

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