Management Vollgas Richtung Energiewende

Beruflich und privat setzt der Unternehmer Matthias David auf Energieeffizient. Seit kurzem fährt er Elektroauto und baut eine öffentliche E-Tankstelle.

Beruflich und privat setzt der Unternehmer Matthias David auf Energieeffizient. Seit kurzem fährt er Elektroauto und baut eine öffentliche E-Tankstelle.© Wild Orchid - Fotolia.com

Immer mehr Unternehmer schaffen sich Photovoltaikanlagen, Blockheizkraftwerke und Kleinwindkrafträder an. Sie produzieren selbst Strom und Wärme, um möglichst unabhängig von steigenden Energiepreisen zu werden. Matthias David geht noch einen Schritt weiter: In seinem Unternehmen gibt es bereits ein Elektroauto und bald auch eine eigene E-Tankstelle.

Wenn Unternehmer für Energieeffizienz Noten bekämen, wäre Matthias David der Klassenprimus. Vor 18 Jahren gründete der heute 48-Jährige sein Unternehmen David Communication in Reppenstedt bei Lüneburg. Elf Jahre verkaufte er Speicherkarten für Fotokameras. Als die Smartphone-Ära anbrach und jeder ohne zusätzliche Fotokamera plötzlich überall Bilder aufnehmen konnte, brach der Markt ein – und David änderte sein Geschäftsmodell. Er überlegte, wozu er die Verpackungsmaschinen, mit denen er bisher Speicherkarten eingepackt hatte, noch nutzen könnte. Seit sieben Jahren liefert er LEDs und Beleuchtungssysteme an den Elektrogroßhandel und stattet inzwischen auch Yachten und Caravane mit Beleuchtung aus.

Klar, dass sein eigener Betrieb längst auf LED-Beleuchtung umgestellt hat. Mit drei Kleinwindkraftanlagen und Photovoltaikanlagen auf dem Dach produziert er außerdem einen großen Teil seines Stroms selbst.

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In Sachen Energieeffizienz setzt David auch auf Dinge, die in vielen Unternehmen noch lange nicht selbstverständlich sind: Alle Produktionsanlagen, Computer, die Alarmanlage und die gesamte Beleuchtung sind an ein Back-Up-System angeschlossen, das sofort anspringt, wenn der Strom ausfallen sollte. Die Akkus werden permanent über den Sonnenstrom aufgeladen, den die Photovoltaikanlage produziert.

Stromtankstelle für Elektroautos

„Bevor wir das System angeschafft haben, hatten wir einmal einen Tag lang Stromausfall“, erzählt David. „Meine Mitarbeiter konnte ich nach Hause schicken und bei einem Server hat es ziemlich lange gedauert, bis er wieder richtig einsatzfähig war.“ Durch das Back-Up-System spart David zwar nicht direkt Energie – fällt der Strom aber einmal aus, läuft sein kompletter Betrieb jetzt vollkommen autark weiter. Und das spart Ärger mit den Kunden, Arbeitszeit und Nerven. 8000 Euro hat er in das System investiert. Finanziert hat er es aus eigenen Mitteln.

Matthias David

Matthias David fährt seit kurzem ein Elektroauto und baut eine Tankstelle, an der auch andere Fahrer ihre E-Autos aufladen können. © Unternehmen© impulse

Vor kurzem hat David außerdem ein Elektroauto angeschafft. 100.000 Euro hat der Wagen der Marke Tesla gekostet. Auf 100 Kilometern verbraucht er damit Strom für rund vier Euro. Das Auto lädt David zu Hause auf, indem er es an eine Starkstromsteckdose anschließt. Zwei Straßen weiter baut er gerade für 18.000 Euro eine kleine Tankstelle, an der künftig auch andere Fahrer ihre Elektroautos aufladen können.

Weil er selbst kein Energieversorger ist, darf David den Strom nur verschenken. „Durch solche Investitionen will ich zeigen, dass mir Nachhaltigkeit wichtig ist“, sagt David. „Diese Form der Energieeffizienz kann ich nicht direkt in Euros umrechnen. Aber ich bin sicher, dass sie bei meinen Kunden gut ankommt. Das verbessert mein Image – und dadurch sichere ich mir langfristig höhere Umsätze.“

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2 Kommentare
  • Ronald Preuss 7. Oktober 2014 14:03

    Tut mir sehr Leid, dass ich Ihren Bericht nicht positiv kommentieren kann, aber ich habe dies bereits 1991 getan und das zu sehr viel mehr Geld.
    Da hat sich keine Zeitschrift für diesen technischen und ökologischen Fortschritt interessiert. Weil mir wichtig ist und war, dass unsere Kinder eine
    bessere und saubere Welt vorfinden. Hier sieht man auch gut mal wieder dem Deutschen liebstes Kind und somit den Investitionsaufwand im Verhältnis zur Umwelt unter einem Tesla ging es nicht.
    Schade eigentlich, aber eine Ideologie kann ich hier nicht erkennen.
    MFG. Ronald Preuss

  • Name Hermann Schickling 7. Oktober 2014 13:59

    Lieber Herr David,

    bin auch ein Elektroautofahrer ( Tesla ) würde mich freuen wenn ich einmal in Ihre Richtung komme die E-Tankstelle nutzen zu können.

    Bitte einmal die genaue Adresse Ihrer Tankstelle

    Biete Ihnen im gleichen zuge meine Möglichkeit an bei uns auf dem Betriebsgelände in Visbek Visbeker Damm 1A mit 32 A Ladeleistung ihren Tesla zu laden.

    mit besten Grüßen
    Hermann Schickling

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