Management Wirtschaftsliteratur: Al Gore, der Wachstumswarner

Als Klimaexperte erwarb sich der ehemalige US-Vize-Präsident Al Gore einen guten Ruf. In einem lesenswerten Buch blickt er in die gar nicht allzu düstere Zukunft.

BuchcoverDie Zukunft


Sechs Kräfte, die unsere Welt verändern

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Al Gore


Siedler, 624 Seiten, 26,99 Euro


Inspiration ♦♦♦♦♦
Nutzwert ♦♦♦♦♦
Lesbarkeit ♦♦♦♦

Der Mann bohrt gern dicke Bretter. Als Al Gore seine Dokumentation „Eine unbequeme Wahrheit“ über die Folgen des Klimawandels in die Kinos brachte, musste er sich vor allem in ­seiner Heimat gegen Angriffe wehren: In den USA glauben viele Menschen, dass der Klimawandel halb so wild sei. Gore ficht das nicht an, weltweit trommelt er für ein schärferes Bewusstsein für die Gefahren, bekam dafür einen Oscar, den Friedensnobelpreis und weltweite Aufmerksamkeit.

Die ist ihm auch jetzt wieder sicher: In seinem neuen Buch, das bereits auf der „New York Times“-Bestsellerliste steht, geht es um nichts weniger als „Die Zukunft“ – darunter macht es der ehemalige Vize-Präsident der USA einfach nicht.

Sechs Kräfte verändern seiner Meinung nach die Welt. Der Klimawandel spiele dabei eher ­eine Nebenrolle, auch wenn Gore Deutschland für den Ausbau der erneuerbaren Energien lobt. Im Mittelpunkt sieht Gore die sich weiter vernetzende Weltwirtschaft, die neuen Kommunikationsmittel und die Verschiebung der politischen Macht nach Asien. Vor allem aber warnt er vor Wachstum, das nicht nachhaltig ist, das Ressourcen verbraucht und Tier- und Pflanzenarten verdrängt. „Ausgerichtet ist dieses Wachstum an grotesken, jedoch allgemein anerkannten Kriterien, die uns blind machen für die zerstörerischen Folgen unseres selbst betrügerischen Handelns“, schreibt er.

Damit die Zukunft nicht allzu düster wird, kommt dann gleich der nächste Faktor, der die Welt verändert: Die Revolution in Biologie und Genetik mache es möglich, den „Stoff des Lebens neu zu weben“. Wie das alles zum Wohle der Menschheit eingesetzt werden kann, erklärt Gore in einem eigenen Kapitel.

Das Buch ist verblüffenderweise dann am stärksten, wenn es nicht in die Zukunft, sondern in die Vergangenheit blickt: Gore schafft es, historische Zusammenhänge so zu erklären, dass das 500-Seiten-Werk wie ein schnell und leicht lesbarer Crashkurs in Wirtschaft, Politik und Naturwissenschaften daherkommt. Ein ­Lesegenuss für alle Unternehmer, die mehr bewegt als die eigene Bilanz.

 

 

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1 Kommentar
  • Dr. Michael Sauer 19. August 2014 12:38

    Hallo

    Al Gore hat einen „guten Ruf“ als „Klimaexperte“?! Hoffentlich lügt er in seinem neuen Buch nicht so viel wie in seinem Film „inconvenient truth? Mal nach Al Gore „indecent lies“ googeln, das hilft. Aber für Al Gore hat sich’s gelohnt. 2000 nach der verlorenen Präsidentschaftswahl noch hoch verschuldet, soll er jetzt gut 300 Mio USD reich sein. Sei es ihm gegönnt. Ein bisschen mehr Kritik gegen den Mainstream würde ich mir wünschen. Ansonsten weiter so!

    Mit besten Grüßen

    Dr. Michael Sauer

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