Management Wirtschaftsliteratur: „David und Goliath – Die Kunst, Übermächtige zu bezwingen“

Malcolm Gladwell erzählt die Geschichte vom ewigen Kampf des Kleinen gegen den Großen. Leider bleibt er dabei etwas überraschungsarm in der Historie stecken.

Buchcover
David und Goliath


Die Kunst, Übermächtige zu bezwingen

Anzeige

Malcolm Gladwell


Campus, 256 Seiten, 19,99 Euro


Inspiration ♦♦♦♦♦
Nutzwert ♦♦♦♦♦
Lesbarkeit ♦♦♦♦♦

Es gibt nicht allzu viele Sachbuchau­toren, bei denen man sich darauf freut, ihr neues Werk zu lesen. Mal­ colm Gladwell gehört dazu. Seit sei­nem ersten Bestseller namens Tipping Point, in dem er beschrieb, wie Trends entstehen und Unternehmen dieses Wissen nutzen können, überrascht er seine zahlreichen Fans immer wieder mit wunderbar leicht lesbaren Büchern über die großen Fragen an der Schnittstelle von Wirtschaft und Gesellschaft. Etwa darü­ber, warum das ominöse Bauchgefühl so wich­tig ist für gute Entscheidungen oder darüber, warum es oftmals strukturelle Gründe dafür gibt, dass manche Leute sich zu Überfliegern entwickeln und andere zeitlebens in der drit­ten Reihe stecken bleiben.

In seinem neuen Buch hat sich der Schön­schreiber wieder ein populäres Thema aus­ gesucht: den ewigen Kampf der Kleinen gegen die Großen – und die Kunst, den scheinbar übermächtigen Gegner doch zu bezwingen. Jedoch beschleicht den Leser schon auf den ersten vierzig Seiten der Verdacht, das Glad­wells Masche, Fallbeispiele aus den verschie­ densten Bereichen zu mischen, diesmal danebengeht. Denn ellenlang und mit einer nur mäßig überraschenden Pointe erzählt er zunächst de­tailliert ausgeschmückt die Geschichte des Kampfes von David gegen Goliath. Seine Grundthese, wie auch in den folgenden Kapi­teln: Der Kleine kann gewinnen, wenn er sich den Spielregeln des Großen widersetzt und sich auf seine Stärken besinnt. Wer grade keine Bibel zur Hand hat: David knockt den Nah­ kampfspezialisten Goliath per Steinschleuder­ schuss aus der Entfernung aus.

Die weiteren Beispiele zur Illustration seiner These holt sich Gladwell aus der Bildung, der Medizin, sogar aus dem Krieg. Das Muster die­ser Episoden ist aber derart ähnlich, dass über­ raschende Momente ebenso ausbleiben wie er­ hellende Erkenntnisse, die über den Einzelfall hinausreichen. Und weil er sich bei vielen sei­ ner Fallbeispiele aus der Historie (Bibel, „Ras­sentrennung“) bedient, fehlt dem Buch die An­bindung an die Realität.

 

Mehr spannende Lesetipps für Unternehmer finden Sie jeden Monat im impulse-Magazin. Abonnenten erhalten die neueste Ausgabe jeden Monat frisch nach Hause geliefert. Und über die impulse-App für iOS- und Android-Geräte können Sie die neuen Ausgaben im PDF-Format herunterladen und bequem auf Tablet oder Smartphone lesen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.