Management Wirtschaftsliteratur: „Der 80/20-Entscheider – der Königsweg zur Effektivität und persönlichen Freiheit“

US-Bestsellerautor Richard Koch liefert eine leicht lesbare Anleitung, wie Unternehmer sich auf die wirklich wichtigen 20 Prozent ihrer Entscheidungen konzentrieren können.

Buchcover
Der 80/20-Entscheider


Der Königweg zur Effektivität und persönlichen Freiheit


Richard Koch


Campus, 264 Seiten, 29,99 Euro


Inspiration ♦♦♦♦
Nutzwert ♦♦♦♦
Lesbarkeit ♦♦♦♦

Der gute alte Vilfredo Pareto muss in der Ökonomie für vielerlei Glaubenssätze herhalten. Im 19. Jahrhundert untersuchte der italienische Nationalökonom die Wohlstandsverteilung in Großbritannien. Dabei fand er heraus, dass nur rund 20 Prozent der Bevölkerung den weitaus größten Anteil am Gesamtvermögen des Landes besaßen. Als er daraufhin andere Länder wie Italien und Deutschland analysierte, entdeckte er dieses Phänomen auch dort. Die daraus abgeleitete 80/20-Formel wird seitdem gern auf viele andere Wirtschaftsfelder übertragen, auch wenn das mit Paretos eigentlichen Erkenntnissen nur noch wenig zu tun hat. Aber es klingt halt so schön griffig, wenn man etwa behauptet, dass 20 Prozent der Kunden 80 Prozent des Umsatzes bringen und man sich demzufolge vor allem um diese kümmern sollte.

US-Autor Richard Koch, ein ehemaliger Berater bei Bain & Company, wendet diesen Ansatz nun aufs Management an und preist die von Pareto entdeckte Verteilung als „Königsweg zur Effektivität und persönlichen Freiheit“. Typisch amerikanisch, kleiner haben es die US Bestsellerautoren meistens nicht. Von derlei Übertreibungen sollten sich überlastete Unternehmer jedoch nicht abschrecken lassen. Denn unter dem marktschreierischen Titel präsentiert Koch einige sehr hilfreiche Methoden, um den täglichen Wust an Projekten und Aufgaben effizienter gestalten zu können. Kern des Buches sind Kochs zehn Wege zum „80/20-Entscheider“, in denen er leicht lesbar verschiedene Cheftypen charakterisiert, etwa den investigativen oder – Achtung! – den faulen Entscheider.

Zu jedem Typus liefert der Autor praktische Hinweise und Anekdoten von prominenten Unternehmern, die zur eigenen Einsortierung dienen. So bringt die Lektüre praxisnahe Handreichungen, wie Unternehmer sich nur noch um die wirklich wichtigen 20 Prozent ihrer Aufgaben kümmern können. Und in ebenfalls typisch amerikanischer Manier gibt es das Ganze am Ende als Kurzfassung für den eiligen Leser: Damit man das ganze Buch auch in 20 Prozent der üblichen Lesedauer konsumieren kann.

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