Management Wirtschaftsliteratur: „Jetzt! Die Kunst des perfekten Timings“

Es reicht nicht, ein gutes Produkt zu erfinden. Entscheidend für den Erfolg sind das richtige Tempo und die sorgfältig abgestimmten Einzelschritte bei der Markteinführung, schreibt Stuart Albert in seinem Buch "Jetzt! Die Kunst des perfekten Timings".

Buchcover zu Lexikon des bürokratischen Wahnsinns
Jetzt!


Die Kunst des perfekten Timings

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Stuart Albert


Campus, 288 Seiten, 24,99 Euro


Inspiration ♦♦♦♦♦
Nutzwert ♦♦♦♦
Lesbarkeit ♦♦♦♦♦

In den 90er-Jahren erfand Dean Kamen mit dem Segway einen völlig neuartigen Roller. Als er serienreif war, stand Kamen aber vor einem Haufen unerwarteter Probleme: Viele Händler scheuten das Risiko, einen Segway ins Sortiment zu nehmen, denn es war unklar, für welche Leute der Roller konzipiert war. Der beste Weg wäre gewesen, potenzielle Käufer per Probefahrt von dem Gerät zu überzeugen – schließlich fürchteten viele, mit dem seltsamen Gefährt vornüberzukippen. Ein Testbetrieb aber war unmöglich: In den meisten US-Bundesstaaten durften Segways nicht auf den Bürgersteigen fahren. Ein Teufelskreis.

Der Kardinalfehler des Erfinders, so Stuart Albert, Managementprofessor an der University of Minnesota: falsches Timing. Kamen wollte seinen Segway schnell auf den Markt bringen. Doch seine Hektik kostete ihn viel Geld. Er versuchte, schneller als die Konkurrenz zu sein, und übersah dabei gesetzliche Hürden. Albert hat viele Beispiele für derart misslungenes Timing gesammelt, mit denen er zeigt, was so alles schiefgehen kann: der Zeitpunkt der Markteinführung, die Reihenfolge der Marktaktivitäten, die Dauer der Markteroberung. Manchmal warten Unternehmen zu lange zwischen zwei Schritten, manchmal lassen sie zu wenig Zeit verstreichen.

Albert schärft den Blick für gutes Timing und nennt die Fragen, die sich Unternehmer stellen müssen: Ist Schnelligkeit wirklich wichtig? Welche Fristen sind zu beachten? Wie lange dauern die verschiedenen Phasen der Pro- duktentwicklung und Markteinführung? Was geschieht währenddessen im unmittelbaren und erweiterten Wettbewerbsumfeld? Zwischendurch verliert sich Albert aber in zähen Metaphern. Und vor allem den Einstieg ins Buch erschwert er mit unnötigen theoreti- schen Erläuterungen. Hier macht er selbst Feh- ler bei der Reihenfolge der Kapitel: Ein lebendiges Fallbeispiel zu Anfang würde dem Leser das Thema schneller näherbringen. So wie bei den Segway-Käufern, die erst mal selbst gefahren sein mussten, um zu glauben, dass sie nicht sofort umfallen.

 

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