Management Wirtschaftsliteratur: „Kill the company“

Ihr Unternehmen soll innovativer werden? Dann fragen Sie am besten Ihre Mitarbeiter, wie die Firma gekillt werden kann, meint US-Beraterin Lisa Bodell. In ihrem Buch "Kill the company" liefert sie dafür die profunde Anleitung.

Buchcover
Kill the company


12 Killer-Tools für die Wiedergeburt Ihres Unternehmens

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Lisa Bodell


Campus, 223 Seiten, 34,99 Euro


Inspiration ♦♦♦♦♦
Nutzwert ♦♦♦♦
Lesbarkeit ♦♦♦♦

Manchmal reicht es ja tatsächlich, ein Problem nur mal aus einem ganz anderen Blickwinkel zu be­trachten, um auf die Lösung zu kommen. Dieser Kniff ist die Grundidee von Lisa Bodells Buch „Kill the Company“. Ein mar­tialischer Titel – in diesem Fall aber nicht nur ein schnöder Trick, um Aufmerksamkeit im Verkaufsregal zu erheischen. Bodell propagiert einen radikalen Ansatz, um Unternehmen auf eingefahrenen Bahnen fit für Richtungswech­sel zu machen.

Die Chefin von Futurethink, einem New Yor­ker Beratungshaus, pflegt die Mitarbeiter ihrer Kunden in Killer der eigenen Firma zu verwan­ deln, mit einer simplen Übung: Sie sollen die besten Ideen sammeln, um ihren Hauptkon­kurrenten aus dem Markt zu drängen. Meistens sprudelt es dann nur so heraus aus den Leuten. Denn der Hauptkonkurrent, das ist in dieser Übung das eigene Unternehmen. Und weil kei­ner dessen Schwächen besser kennt als seine Mitarbeiter, ist das Ergebnis eine lange Liste möglicher Angriffspunkte. Und damit eine handfeste Analyse, worin die größten Schwä­chen bestehen und wie sie zu beseitigen sind.

Die Stärke dieses Buches ist, dass Bodell nicht wie viele andere Ratgeber in der theore­tischen Anleitung stecken bleibt. Sie bietet mit Prüffragen und Übersichtstabellen, etwa zur Firmenkultur, diverse Möglichkeiten zur Selbsteinschätzung und nimmt den Leser mit in ihre Beratungspraxis. Sie schildert offen, wie schwierig es oft ist, die Mitarbeiter dazu zu bewegen, ihre Hemmungen abzulegen und die Schwachstellen bloßzulegen. Oft verhindert eine restriktive Firmenkultur, dass die Beschäf­tigten sich trauen, Missstände aufzudecken, etwa ein falsches Produktsortiment und aus­ geuferte Vorschriften für jeden Kleinkram. Auch dies benennt Bodell in schöner Klar­heit. Unternehmen, die innovativer werden wollen, leiden nicht an einem Mangel an guten Ideen. Meist leiden sie unter einem Führungs­problem, einer Firmenleitung, die durch Büro­kratismus und autoritären Führungsstil verhin­dert, dass die guten Ideen bis nach oben durch­dringen können.

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