Management Wirtschaftsliteratur: „Twitter – eine wahre Geschichte von Geld, Macht, Freundschaft und Verrat“

Im erbitterten Streit vernachlässigten die Erfinder des Nachrichtendienstes Twitter ihr Geschäftsmodell. Nick Bilton erzählt die Gründerstory als Lehrstück über Freundschaft und Verrat.

Buchcover
Twitter


Eine wahre Geschichte von Geld, Macht, Freundschaft und Verrat


Nick Bilton


Campus, 335 Seiten, 24,99 Euro


Inspiration ♦♦♦♦♦
Nutzwert ♦♦♦♦♦
Lesbarkeit ♦♦♦♦♦

Wenn sich morgens in der Teeküche betrunkene Musiker Cornflakes mit Gin zubereiten oder ein Rapper in der Cafeteria kifft, gibt das einem Startup etwas Rebellisches. Zwischen Coolness und Chaos verläuft allerdings ein schmaler Grat. Das zeigt die Geschichte über die Gründung von Twitter Über ihren Ruf als Chaoten in der Chefetage reden die Erfinder des Kurznachrichtendienstes ungern. Vergeblich bat Autor Nick Bilton um Unterstützung bei der Recherche für seine Unternehmensbiografie. Also trug der „New York Times“-Reporter sorgfältig Informationen aus mehreren Hundert Stunden Interviews, internen Mails und sozialen Medien zusammen, um Intrigen, Pannen und Missverständnisse im Twitter-Management nachzuzeichnen. Die temporeiche Erzählung liest sich wie ein Lehrstück darüber, dass gute Ideen sich zwar durchsetzen, aber nicht bei allen Beteiligten automatisch zu Ruhm und Reichtum führen.

2006 gründeten Evan Williams, Jack Dorsey, Noah Glass und Biz Stone den Kurznachrichtendienst. Jeder von ihnen hat seinen Teil zum Erfolg beigetragen, doch es gelang ihnen nie, den Ruhm gerecht zu teilen. Stone erhielt nie eine wichtige Position, Glass wurde früh aus der Unternehmensgeschichte gestrichen. Bis heute steht der verbitterte Satz „I started this“ in seinem Twitterprofil. Beide fielen dem Machtkampf zwischen Dorsey und Williams zum Opfer, die Twitter anfangs als Doppelspitze führten, bis auch diese Freundschaft am Kampf um die Ausrichtung des Unternehmens zerbrach.

„Was passiert gerade?“ statt „Was machst du gerade?“, die 2009 geänderte Frage im Texteingabefeld zeigt den Richtungsstreit unter den Gründern. Dorsey sah Twitter als Plattform zur Selbstdarstellung, Williams eher als Nachrichtenmedium. Eigentlich ist Twitter beides – aber das erkannten die Erzrivalen nicht. Ums Geld ging es damals kaum, die ersten Einnahmen flossen erst 2009. Der aktuelle Chef Dick Costolo brachte Twitter im November 2013 an die Börse. Sein Plan, das Chaos zu bändigen, scheint aufzugehen.

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