Nikolaus Förster Ich bin dann mal offline

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das schaffe. Aber es ist mir gelungen. Zum ersten Mal – wahrscheinlich seit 15 Jahren – war ich eine ganze Woche lang offline, habe keine einzige Mail gelesen, bin auf keine Nachrichtenseiten gegangen, nicht mal auf http://www.impulse.de/. Ich war raus, offline…

Die Masse an Informationen, die zuletzt auf mich einstürzte – auf allen Wegen, nicht nur digital – war so groß geworden, dass sich irgendwann bei mir das Gefühl einstellte: So geht es nicht weiter. Lange hatte ich ja sogar gezögert, ob ich in diesem Herbst überhaupt ein paar Urlaubstage einlegen sollte. Irgendwann war aber klar: Das muss einfach sein, egal was passiert. Es gibt schon einen Grund, warum Arbeitnehmer ein Recht auf Erholung haben (zur Erinnerung: Für den Verband für Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung ist die Erholungszeit die „Summe der Sollzeiten aller Ablaufabschnitte, die erforderlich sind, damit ein Mensch sich von einer vorhergehenden, über der Dauerleistungsgrenze liegenden, aus einer Arbeitsbelastung resultierenden Arbeitsbeanspruchung erholen kann“.) Das sollten sich Unternehmer auch zugestehen – egal wie stressig es auch sein mag. Und dann kam – ich weiß gar nicht mehr, was den Ausschlag gab – die für mich äußerst ungewöhnliche Idee: Warum nicht meinen einwöchigen Urlaub nutzen, um buchstäblich abzuschalten?

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Ich war gespannt, wie ich das überstehen würde – angesichts all der Auszeiten der vergangenen Jahre, in denen ich zwar physisch eine Zeit lang verschwand, digital aber stets präsent war.

Also (für die, die das auch mal probieren möchten): Es tut gut. Die Welt steht noch. Als ich am Wochenende ein paar Leute fragte, ob ich etwas verpasst hätte, hieß es unisono. „Nein, nichts passiert.“ Und auch der Verlag existiert noch 🙂 Ich hatte zwischendurch nur einmal Kontakt mit meiner Assistentin wegen einer kurzfristigen Reisebuchung (hätten wir natürlich auch vorher kären können), mehr nicht.

Vielleicht kennen Sie ja die Sentenz des Autoren Robert T. Kiyosaki. Er hat einmal geschrieben:

Ein Unternehmer kann sein Unternehmen für ein halbes Jahr verlassen, und wenn er zurückkommt läuft es besser als zuvor. Wenn ein Selbstständiger sein Geschäft für ein halbes Jahr verlässt, hat er keines mehr.

Na gut, es waren nur sechs Tage, nicht sechs Monate. Aber: Ich bin auf dem Weg.

 

 

2 Kommentare
  • Steffen König 29. Oktober 2014 09:26

    Richtig so, Herr Förster. Und wenn Sie Ihre Emails nach Ihrem Urlaub gesammelt löschen, wird auch nicht viel passieren. Dringendes kommt sowieso wieder auf Sie zu. Schwer, diesen ersten Schritt zu gehen. Das kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Aber die Welt und auch das Unternehmen bricht deswegen nicht zusammen. Sonst würde etwas falsch laufen.

  • Gerd Wachter 29. Oktober 2014 09:17

    Sehr geehrter Herr Förster,

    Das die Menschen immer glauben man muss alles neu erfinden und was Altbekannt war ist nicht richtig. Ich habe auch eine gute Methoden mich fit zu halten. Ich halte den Sonntag. An diesem Tag geht Betrieblich gar nichts. Sie ahnen es vielleicht. Das hat mit meinem Gauben zu tun. Aber warum sollte es deshalb falsch sein. Ich halte den Sonntag frei von allem was dem Gelderwerb dient und das seit 24 Jahren. Es gab schon öfters die Situation eventuell doch mal eine Ausnahme zu machen. Es ist vielleicht auch schon ein Auftrag dadurch verloren gegangen aber ich bin deshalb nicht unter gegangen und habe mir die Freude am Leben erhalten. Ich fühle mich nicht im Hamsterrad,… immer mehr, immer mehr…. Der der den Sonntag eingesetzt hat wusste schon warum. Und ich habe jede Woche wieder Freude an meiner Arbeit. Ich glaub auch nicht das man das mit einmal oder zweimal oder öfter Urlaub für ein ganzes Jahr erreichen kann. Ich fühle mich jedenfalls so sehr wohl, auch wenn es mal keinen Urlaub gibt.

    Mit freundliche Grüße aus Tanna

    Gerd Wachter
    Maler & Parkett-Wachter GmbH & Co. KG
    Frankendorfer Str. 93
    07922 Tanna

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