Nikolaus Förster Ihr Wert in der Skala „Verträglichkeit“: unterdurchschnittlich

Es sieht bei uns im Verlag aus, als sei eine Bombe explodiert. Dabei räume ich nur auf – und nutze den Sonntag, an dem sich neben der Putztruppe (die es aber nicht in mein Büro schafft) niemand blicken lässt, zum radikalen Ausmisten. Viel, sehr viel Papier muss dran glauben. Es ist wirklich erstaunlich, was man im Laufe der Jahre alles ansammelt.

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Es ist ein gutes Gefühl, sich von Dingen zu verabschieden und Platz zu schaffen (hoffentlich nicht für neue Papierberge). In den Stapeln bin ich heute auch auf einen impulse-Test zum Thema Unternehmerpersönlichkeit gestoßen. Die European Business School hatte vor ein paar Jahren auf der Grundlage des sogenannten Fünf-Faktoren-Modells einen Fragebogen entwickelt, der Rückschlüsse auf Persönlichkeitseigenschaften und Grundüberzeugungen erlaubt – und damit ein Indiz gibt, inwieweit man als Unternehmer taugt, was auch immer das bedeuten mag. Damals, im September 2010, als ich (als Angstellter) spaßeshalber die Fragen beantwortete, hatte ich keine Ahnung, dass ich wenige Jahre später tatsächlich Unternehmer werden würde.

Wie also, fragte ich mich heute, fiel damals die Einschätzung aus? Hier sind die Ergebnisse und – in Auszügen – die Begründungen:

Emotionale Stabilität: überdurchschnittlich

Höchstens ein Fünftel (ca. 20%) aller TeilnehmerInnen der Vergleichsstichprobe hatten in dieser Eigenschaft einen höheren Wert als Sie: Sie sind deutlich überdurchschnittlich emotional stabil. Sie lassen sich kaum irritieren oder in Panik versetzen und fühlen sich meistens wohl, wie Sie sind.

(„Personen mit einer hohen emotionalen Stabilität sind nicht leicht aus der Ruhe zu bringen, sind selbstsicher, ausgeglichen, mit ihrem Leben zufrieden und selten wirklich niedergeschlagen… Wenn man nach Zusammenhängen dieser Eigenschaft zum Erfolg einer Unternehmensgründung sucht, so sollte eine hohe emotionale Stabilität für Unternehmensgründer von Vorteil sein: Emotional stabile Menschen sollten besser in der Lage sein, selbstbewusst aufzutreten und die stressvolle Zeit einer Unternehmensgründung erfolgreich zu meistern.“)

„Extraversion“: eher überdurchschnittlich

Höchstens zwei Fünftel (ca. 40%) aller TeilnehmerInnen der Vergleichsstichprobe hatten in dieser Eigenschaft einen höheren Wert als Sie: Sie sind ein eher extravertierter Typ. Sie suchen den Kontakt zu anderen Menschen, reden gerne und bleiben nicht im Hintergrund. Sie sind eher aktiv und selbstbewusst.

(„Menschen mit einer hohen Ausprägung dieser Eigenschaft suchen sozialen Anschluss, lieben Parties, haben viele Freunde und brauchen eine Vielzahl von Menschen, mit denen sie sprechen können. Sie suchen Erregung, Veränderungen oder Risiken. Sie sind im allgemeinen impulsiv. Extravertierte lieben das Leben, machen und mögen Witze, haben in jeder Situation den richtigen ‚Spruch‘ bereit und lachen viel. Extravertierte bevorzugen es, in Bewegung zu sein und vielerlei Sachen zu unternehmen. Sie haben ihre Gefühle nicht immer unter Kontrolle… Für den Erfolg einer Unternehmensgründung wird eine leicht überdurchschnittliche Ausprägung der Extraversion allgemein als vorteilhaft angesehen. Extravertierte Personen sind bessere Verkäufer. Da grade die Absatzseite für junge Unternehmen von besonderer Bedeutung ist, stellen gute Verkäuferfähigkeiten einen wichtigen Erfolgsfaktor dar…“)

„Offenheit“: überdurchschnittlich

Höchstens ein Fünftel (ca. 20%) aller TeilnehmerInnen der Vergleichsstichprobe hatten in dieser Eigenschaft einen höheren Wert als Sie: Ihre Offenheit ist stark überdurchschnittlich. Sie sind kreativ, an Kultur und Kunst interessiert und für alles Neue aufgeschlossen. Sie diskutieren gerne und haben eine lebhafte Phantasie.

„Diese Eigenschaft bezieht sich darauf, wieviel Interesse eine Person für neue Ideen z. B. im Bereich von Kunst und Kultur hat und für wie phantasievoll sie sich hält. Personen mit einer hohen Ausprägung werden als künstlerisch interessiert, intellektuell und phantasievoll beschrieben. Personen mit einer niedrigen Ausprägung hingegen sind eher weniger phantasievoll, dafür aber sehr pragmatisch. Ihre Interessen liegen weniger in abstrakten Gebieten, sondern eher im praktischen Bereich. Inwiefern die Skala Offenheit Einfluss auf den Gründungserfolg hat, ist nicht ganz klar. Einerseits sollten Unternehmer kreativ sein, und neuen Ideen aufgeschlossen gegenüberstehen. Andererseits birgt eine extrem hohe Offenheit die Gefahr, dass sich ein Unternehmer zu sehr von seinen eigentlichen Zielen ablenken lässt, und anfängt, sich zu ‚verzetteln‘.“

„Verträglichkeit“: unterdurchschnittlich

Höchstens ein Fünftel (ca. 20%) aller TeilnehmerInnen der Vergleichsstichprobe hatten in dieser Eigenschaft einen niedrigeren Wert als Sie. Ihre Antworten in diesem Fragebogen lassen vermuten, dass Sie anderen gegenüber nicht sehr tolerant sind und Konflikte nicht scheuen.

„Gemeint ist mit ‚Verträglichkeit‘ die Art und Weise, wie man mit anderen Personen umgeht. Personen mit einer hohen Ausprägung dieses Merkmals sind zu jedem freundlich, gehen offen auf andere Menschen zu, akzeptieren jeden so, wie er ist und schaffen für andere eine angenehme Atmosphäre. Sie sind gutmütig und verhalten sich eher kooperativ. Personen mit einer niedrigen Ausprägung hingegen lassen sich auch gerne auf eine Diskussion ein, unterstellen anderen auch negative Motive und setzen Ihre Interessen konsequent durch. Für Unternehmensgründer wird eine nicht zu hohe Ausprägung dieser Eigenschaft als vorteilhaft angesehen. Eine zu hohe Verträglichkeit könnte von anderen Personen ausgenutzt werden. Allerdings kann eine sehr niedrige Verträglichkeit zu Spannungen mit Mitarbeitern oder Kollegen führen.“

„Gewissenhaftigkeit“: überdurchschnittlich

Höchstens ein Fünftel (ca. 20%) aller TeilnehmerInnen der Vergleichsstichprobe hatten in dieser Eigenschaft einen höheren Wert als Sie: Ihre Gewissenhaftigkeit liegt stark über dem Durchschnitt. Sie packen Aufgaben direkt an und bringen sie meist konsequent zu Ende. Ihr Alltag ist strukturiert und geplant, Sie achten auch auf Kleinigkeiten.

„Dieser Persönlichkeitszug bezeichnet die Art und Weise, wie man mit Aufgaben und Pflichten des Alltags umgeht. Personen mit einer hohen Ausprägung in dieser Eigenschaft sind verantwortungsbewusst, sorgfältig, gründlich und ehrgeizig. Personen mit einer niedrigen Ausprägung hingegen verhalten sich eher sorglos, unbekümmert und vermeiden Verantwortung. Eine überdurchschnittliche Gewissenhaftigkeit wird allgemein als vorteilhaft für Unternehmensgründer angesehen, da dies dazu führen sollte, dass der Unternehmensgründer fleißig und verantwortungsbewusst handelt und gute Produkte anbietet. Negativ kann sich eine sehr hohe Gewissenhaftigkeit nur dann auswirken, wenn sie sich in Detailversessenheit und Pedanterie äußert.“

Der Test ist übrigens immer noch „live“. Sie können sich also gerne selbst testen (http://www.impulse.de/gruendung/grundertest). Ich habe es eben aus Neugierde selbst noch einmal gemacht (dauert ca. 10 min). Das Ergebnis: Ich bin weiterhin überdurchschnittlich emotional stabil, offen und gewissenhaft. Aber anderthalb Jahre Unternehmertum haben offenbar Spuren hinterlassen, wenn man den Ergebnissen des Tests glaubt: Ich sei inzwischen etwas weniger extrovertiert (nur noch „durchschnittlich“ statt „eher überdurchschnittlich“: „Sie können in Gesellschaft sowohl gesprächig als auch zurückhaltend sein“), dagegen etwas verträglicher geworden („eher unterdurchschnittlich“ statt „unterdurchschnittlich“): „Ihre Antworten in diesem Fragebogen lassen vermuten, dass Sie nicht immer tolerant sind und auch Konflikte nicht scheuen.“

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