Nikolaus Förster Was tun, wenn das Auto da steht, aber der Schlüssel fehlt?

Okay, so hatten wir uns den Beginn unserer impulse-Deutschlandtour nicht vorgestellt. Unser Plan: In fünf Tagen von Görlitz an der Grenze zu Polen bis nach Aachen im äußersten Weg zu fahren und auf dieser 1000-Kilometer-Strecke zehn spannende Firmen zu besuchen (http://www.impulse.de/unternehmen/impulse-deutschlandtour-2014) – so wie im vergangenen Jahr, als wir Deutschland in Nord-Süd-Richtung durchquerten, von Flensburg bis zum Bodensee: ein Querschnitt der deutschen Wirtschaft, im buchstäblichen Sinne.

Ich war guter Dinge – bis ich am Sonntag um kurz nach 13 Uhr bei unserem Autovermieter in Hamburg vor verschlossener Tür stand. Der Sprinter, den wir bestellt hatten – samt aufgebrachtem impulse-Logo -, stand abholbereit auf dem Parkplatz. Nur: Niemand war mehr da, um uns die Schlüssel auszuhändigen. Was ich nicht wusste: Die Station schloss am Sonntag bereits um 12 Uhr. Pech gehabt. Um es kurz zu machen: Obwohl ich alles probierte, schließlich selbst den Chef des Vermieters (weit oben im Norden, Stunden entfernt von Hamburg…) per Handy erreichte, half es nichts. „Es tut mir leid“, sagte er. „Den Wagen kriegen Sie erst wieder morgen früh um 6.30 Uhr.“

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Unmöglich. Ein Dutzend Unternehmer würde uns am Montagmorgen um 10 Uhr beim Weltmarktführer für Liebesperlen, in der Süßwarenfabrik Hoinkis in Görlitz, erwarten. Was also tun? Wir spielten im Team die Möglichkeiten durch. Dann setzte ich mich mit einer Kollegin und unserer Fotografin in den Zug, fuhr über Berlin und Cottbus in den Osten. Und bat zwei weitere Kolleginnen, am frühen Montagmorgen mit dem Auto nachzukommen. Treffpunkt in Dresden bei Robotron, unserer zweiten Station.

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Wir hätten uns ärgern können. Hätte aber nicht geholfen. So planten wir also um. „Man weiß ja nie, wofür das vielleicht einmal gut ist“, sagte die Fotografin, die sich ihre gute Laune nicht verderben ließ. Im Zug – zwischen Cottbus und Görlitz – saß ich dann durch Zufall neben einem jungen Unternehmer, der – wie er mir erzählte – die letzten beiden impulse-Ausgabe gelesen hatte. Er selbst betreibt in Weißwasser das Café Broilereck (www.broilereck.de). Kann gut sein, dass er uns künftig regelmäßig liest…

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Spätabends, als wir in Görlitz ankamen, kehrten wir noch in einem Restaurant ein, das in einem 700 Jahre alten Haus untergebracht ist. Neben unserem Tisch standen Jahrhunderte alte Druckerei- und Buchbindermaschinen. Mitten durch das alte Görlitz sei die „via regia“, einer der wichtigsten Handelswege des Mittelalters, vorbeigegangen, beschrieb der Wirt in der Speisekarte die Gutenberg’sche Tradition. „Neue Drucktechniken und neue Medien haben heute wieder Veränderungen gebracht, die ein neues Zeitalter einzuläuten scheinen.“ Und dann ein weiterer Satz: „Unverändert blieb aber über Jahrhunderte das Gespräch zwischen den Menschen“ – als habe da jemand kommentiert, warum wir – ausgehend von einem gedruckten Medium – Netzwerktreffen wie auf der Deutschlandtour organisieren.

Mal schauen, wann der impulse-Bus ankommt.

2 Kommentare
  • […] Tage lang ging alles gut (außer dass wir bei der ersten Station keinen Bus hatten…), am Freitagnachmittag gerieten wir aber doch noch in den obligatorischen Feierabendstau – und […]

  • Johann Neumann 1. April 2014 15:11

    Ja, ja, so ist die Bahn. Wenn man sie braucht ist sie da!
    Eine erfolgreiche Tour wünscht Johann Neumann

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