Nikolaus Förster Wenig Hoffnung für die Druckindustrie

Zweiter Tag der Deutschlandtour – mitten in Chemnitz, einem Mekka des Werkzeugmaschinenbaus. Erstaunlich, wie sich Traditionen halten – ohne dass ihnen Weltkriege oder Systemwechsel etwas anhaben können. In Chemnitz reicht die Tradition des Werkzeugmaschinenbauers Niles-Simmons ins 19. Jahrhundert zurück. 1874 wurde dort die Firma Escher gegründet, die Drehmaschinen herstellte und später, 1930, von Amerikanern übernommen wurde.

IMG_6254[1]

Anzeige

Die eigentliche Erfolgsgeschichte von Niles-Simmons begann aber erst nach der Wende, als der Deutsch-Amerikaner Hans J. Naumann – von den Mitarbeitern „der Professor“ genannt – bei der Treuhand vorstellig wurde und die Firma kaufte.

IMG_6218[1]

Heute beschäftigen die Chemnitzer weltweit 1300 Mitarbeiter, setzen mehr als 300 Millionen Euro um, produzieren auch in China und den USA, liefern in Dutzende Länder. „Letztlich ist das Business überall das gleiche“, sagt die Geschäftsführerin Micaela Schönherr, „man muss als Mittelständler keine Angst haben, in die weite Welt zu gehen. Die Grundlagen des Geschäfts sind überall gleich.“

IMG_6208[1]

Bei Niles-Simmons wird noch richtig geschabt (oben), wenn die Flächen richtig glatt sein müssen. Das bekomme in dieser Präzision keine Maschine hin.

IMG_6233[1]

Noch zwei Rezepte, die wir mitnahmen:

Das Rezept gegen Krisen: sich nicht auf eine einzige Sparte zu beschränken, sondern fünf Geschäftsfelder voranzutreiben: Luft- und Raumfahrt, Eisenbahn, Auto/Lkw, Maschinenbau und Werkzeug/Formenbau. Man sollte sich nicht zu stark von einer Branche abhängig machen.

Das Rezept zum  Geldverdienen: Nicht nur Maschinen (mit mageren Margen) bauen, sondern auch Dienstleistungen anbieten, Sonderanfertigungen und sogenannten Turnkey-, also schlüsselfertige Lösungen. Dort sind die Margen weit besser.

Ach ja: Wenig Gutes gab es im Übrigen über die Druckindustrie zu berichten: „Da geht eine große Industrie zu Ende“, sagte die Geschäftsführerin.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.