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06.08.2010

Bekenntnisse eines CD-Verkäufers: Die Machenschaften der Steuerbetrüger

Von: Jens Brambusch
Fürstentum Liechtenstein: Vermögensberater setzt auf Steuerkonformität
Zoom Fürstentum Liechtenstein: Vermögensberater setzt auf Steuerkonformität
© reuters
In seinem ersten Interview enthüllt Heinrich Kieber, der berühmteste Datendieb der Welt, wie das perfide System der Trickser und ihrer Hintermänner in Liechtenstein funktionierte. Selbst Kenner der Materie dürften in den Aussagen über die "dubiosen Geschäfte" Neues entdecken.

"Es war das beste Geschäft meines Lebens", soll der damalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) zu dem Datenkauf gesagt haben. 5 Millionen Euro investierte der Fiskus 2007 in die Daten-CD des Liechtensteiners Heinrich Kieber - 220 Millionen Euro flossen zurück in die Staatskasse. Unversteuertes Geld, das Ausländer bei der fürstlichen LGT Treuhand in dem Alpenland versteckt hatten.

Für die Steuerfahnder haben die Kieber-Daten noch einen ganz anderen Wert: Sie geben Einblicke in die Machenschaften der Treuhänder - und sollen belegen, wie die Liechtensteiner sich der Beihilfe zur Steuerhinterziehung schuldig gemacht haben.

"Durch meine Hilfe kann man der LGT jetzt nachweisen, dass sie von dubiosen Geschäften wusste", sagt der Datendieb, der an einem unbekannten Ort unter neuer Identität lebt, dem "Stern" in seinem ersten öffentlichen Interview. "Weil der Treuhänder halt so dumm war, wenn ich das Wort verwenden darf, und in die Akte schrieb, dass zum Beispiel ein Kunde erzählte, dass er seinen Geschäftspartner übers Ohr gehauen hat."

Für die deutschen Strafverfolgungsbehörden sind Kiebers Aussagen Gold wert. Ermittlungen gegen Mitarbeiter der Bank wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung laufen. Die LGT Treuhand, die Anfang 2009 von dem Treuhandbüro Fiduco aufgekauft wurde, streitet eine Beihilfe kategorisch ab. Für die Steuererklärungen seien ausschließlich die Kunden selbst verantwortlich, auch sei das Geschäft nicht auf Hinterziehung von Geldern oder gar Betrug ausgerichtet gewesen.

Doch Kiebers Einblicke in das Handeln der LGT Treuhand lassen einen anderen Schluss zu. "Man (der Kunde) überweist es (das Schwarzgeld) auf ein ausländisches Konto, zum Beispiel in Spanien oder Portugal. Dieses Konto gehört einer Briefkastenfirma, die indirekt mit der LGT über Zwischenfirmen gehört. Sobald das Geld dort ankommt, wird dem Kunden im Gegenzug derselbe Wert in Euro oder Schweizer Franken oder egal welcher Währung in Liechtenstein gutgeschrieben. So gibt es keine Verbindungen oder offizielle Geldtransfers zwischen dem Kunden und Liechtenstein."

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Quelle: ftd.de
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