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12.12.2011

Dienstwagenbesteuerung: Regierung bremst E-Autos

Von: Tartler Jens
Elektroautos: Als Dienstwagen bislang unattraktiv
Zoom Elektroautos: Als Dienstwagen bislang unattraktiv
© FTD/Bernd Loskant
Schwarz-Gelb kommt bei der Angleichung von Elektrofahrzeugen bei der Dienstwagensteuer nicht aus dem Knick. Durch diese Unsicherheit konterkariert die Koalition ihr Ziel, deutlich mehr E-Autos auf die Straßen zu bringen.

Eine der wichtigsten Hürden bei der Einführung von Elektroautos ist immer noch nicht aus dem Weg geräumt: Die Bundesregierung hat es bisher nicht geschafft, die Nachteile der E-Autos bei der Dienstwagenbesteuerung auszugleichen. Genau das hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Vorstellung ihres Regierungsprogramms Elektromobilität im Mai dieses Jahres als entscheidenden Punkt genannt.

Laut Finanzministerium wird die Steueränderung "zurzeit vorbereitet". In Regierungskreisen hieß es, 2012 sollten Ergebnisse vorliegen, ohne den Termin näher einzugrenzen. Wann im Jahresverlauf damit zu rechnen ist, bleibt damit offen.

Marktdurchdringung durch Firmenflotten

Elektroautos auf Deutschlands Straßen
Zoom Elektroautos auf Deutschlands Straßen
© FTD

Durch diese Unsicherheit konterkariert die Bundesregierung ihr eigenes Ziel, bis 2020 mindestens eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu bringen. Experten sind sich darüber einig, dass die Marktdurchdringung mit E-Autos zu Beginn stark über Firmenflotten laufen wird. Diese Autos sind entweder Fuhrparkfahrzeuge, die von verschiedenen Mitarbeitern gefahren werden, oder Dienstwagen, die einem Mitarbeiter zugeordnet sind.

Als Dienstwagen sind E-Autos aber steuerlich unattraktiv. Nach der geltenden Ein-Prozent-Regelung muss der Arbeitnehmer ein Prozent des Listenpreises seines Wagens pro Monat als geldwerten Vorteil versteuern. Da E-Autos wegen der teuren Akkus bei gleicher Leistung und Größe einen wesentlich höheren Listenpreis als vergleichbare Autos mit Verbrennungsmotor haben, müssen ihre Besitzer wesentlich mehr Steuern zahlen.

Ein elektrisch angetriebener Mitsubishi i-Miev beispielsweise kostet knapp 35.000 Euro, ein gleich großer konventioneller Mitsubishi 15.000 Euro. Nach den Plänen der Regierung sollen die Unterschiede im Listenpreis bei der Festsetzung der Steuer herausgerechnet werden.

Autobranche will Taten sehen

Auf einem Kongress zu den Modellregionen für E-Mobilität in der vergangenen Woche kritisierten mehrere Experten, dass die versprochene Steueränderung immer noch auf sich warten lässt. Umfragen hätten ergeben, dass das für viele Arbeitnehmer bisher ein Ausschlusskriterium sei. Der Wind- und Solar-Projektentwickler Juwi gleicht seinen Mitarbeitern den Nachteil aus eigener Tasche aus.

Auch die Autobranche will langsam Taten sehen. Klaus Bräunig, Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Automobilindustrie, sagte der impulse-Schwesterzeitung Financial Times Deutschland: "Wir gehen davon aus, dass dieser Kabinettsbeschluss alsbald umgesetzt wird." Jürgen Albrecht, beim Automobilclub ADAC zuständig für Verkehrspolitik, sagte: "Der technologieimmanente Nachteil der E-Autos bei der Besteuerung ist derart eklatant, dass die Regierung das Problem umgehend in Angriff nehmen sollte - wenn sie nicht nur Schaufensterreden halten will."

© 2011 ftd.de

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