Der Steuerexperte Paul Kirchhof hat seine Pläne für eine radikale Steuerreform vorgelegt. Kern des Entwurfs für ein "Bundessteuergesetzbuch" ist eine Flat Tax von 25 Prozent Steuern auf alles.
Geringverdiener sollen neben dem Grundfreibetrag einen "sozialen Ausgleichsbetrag" erhalten, erst ab 20.001 Euro Jahreseinkommen setzt dann die volle Steuerpflicht ein. Statt derzeit 30 Bundessteuern soll es künftig nur noch vier geben, statt 200 Steuergesetzen nur noch eines - eben Kirchhofs Bundessteuergesetzbuch.
Mit seinen Vorschlägen stößt Kirchhof mitten in die Steuersenkungsdebatte der schwarz-gelben Bundesregierung. Erst in der vergangenen Woche hatte Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) für Kirchhofs "klares, einfaches und verständliches" System plädiert. Bereits im Bundestagswahlkampf 2005 hatte er mit seiner Radikalreform als damaliger Schattenfinanzminister der Union für großes Aufsehen gesorgt.
Kirchhof konnte aber seine Ideen politisch nicht vermitteln. Der seinerzeitige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) verhöhnte ihn als "diesen Professor aus Heidelberg", der die Deutschen zu Versuchskaninchen machen wolle. Selbst in der Union hielt man Kirchhofs Vorstellungen für radikal, von einer "Vision" war die Rede. Auch heute hat sich an der Radikalität seiner Vorschläge nicht viel geändert.
Mit dem Bundessteuergesetzbuch setzt Kirchhof vor allem auf die Vereinfachung. "Das Steuerrecht hat seine Autorität verloren, wir müssen wieder einfache Wertungen einführen", sagte der Steuerexperte. Viele Bürger würden nie eine Bank überfallen, wären aber bereit zur Steuerhinterziehung - ein "völlig irrationales" Verhalten, so Kirchhof weiter. Statt derzeit sieben Einkunftsarten schlägt er nur noch eine vor.
Quelle: ftd
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