"Kriminelles Handeln wie etwa Steuerbetrug sind ohne Wenn und Aber mit dem Prinzip des ehrbaren Kaufmanns unvereinbar. Überhaupt hat niemand das Recht, sich über gesellschaftliche Normen zu erheben. Doch aus einzelnen Fällen einen Generalverdacht abzuleiten wird der breiten Maße der Leistungsträger in Deutschland nicht gerecht. Entgegen dem augenblicklichen Gefühl zeigt der Blick in die Statistik, dass Manager und Unternehmer nicht besser oder schlechter sind als andere Menschen auch. Dies zeigt sich auch daran, dass erstmals überhaupt der Vorstandschef eines Dax-Konzerns von der Polizei abgeführt wurde.
Mit Sorge sehe ich deshalb, dass Einzelne nun versuchen, aus diesem unrühmlichen Fall politisch Kapital zu schlagen um den Preis, die Gesellschaft zu spalten indem das Funktionieren der sozialen Marktwirtschaft in Frage gestellt wird. Dabei zeigen gerade die aktuellen Ereignisse, dass sich der Staat durchaus zu wehren weiß, auch mit rabiaten Mitteln, und dass die Selbstreinigungskräfte unseres erfolgreichen Wirtschaftssystems funktionieren. Es gilt eben nicht, die Großen lässt man laufen.
Ein einfacheres Steuerrecht mit niedrigeren Steuersätzen könnte erheblich dazu beitragen, dass das Austricksen des Finanzamts quer durch alle Schichten nicht fast zum Volkssport ausartet."
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