"Wir brauchen die Einführung eines festen Wechselkursregimes. Ansonsten wird die Spekulation auf den Weltfinanzmärkten munter weitergehen. "
Rede im Deutschen Bundestag
am 15. Oktober 2008
Das ist Oskar Lafontaines Lieblingstheorie. Sie ist sein Wachtraum. Er weiß, dass Wechselkurse nicht auf immer "fest" im Sinne von unverändert sein können. Einem solchen Regime, das selbst dem Staatschef die Hände bindet, spricht er auch nicht das Wort. Als Herr eines festen, aber eben auch veränderbaren Wechselkurses sieht er sich als Oskar der Lenker.
Den Wechselkurs so setzen, wie es seinem Wirtschaftsbild entspricht: in Konsum und Investition, in der Verteilung von Lohn und Gewinn, in der Sicherung einer angemessenen Breite jenes "öffentlichen Korridors", in dem Oskar Lafontaine das Sagen hat.
Wenn der ehemalige SPD-Chef nicht um des politischen Schlagworts willen früh das sachbezogene Denken hintangestellt hätte, dann wüsste er, dass die internationale Spekulation durch nichts so sehr ermuntert wird wie durch einen festen Wechselkurs. Eine wirtschaftlich erfolgreiche Spekulation – und welcher Spekulant wollte nicht wirtschaftlich erfolgreich sein? – lebt von der durch sie selbst miterzwungenen Vorwegnahme unabwendbarer Änderungen des eigentlich doch "festen" Wechselkurses.
Nie ist das Gemeinwesen so in der Hand von Spekulanten wie unter einem Regime fester Kurse. Die "internationale Großspekulation" muss sich nur entschlossen einer Währung annehmen und sich auf der richtigen Seite mit Währung eindecken, um einen risikolosen Schnitt zu machen. Es muss eine Zeit gegeben haben, als Lafontaine das noch gewusst hat. Er hat dann aber beschlossen, nach Tagesbedarf herumzureden. Schade um ein politisches Talent!
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