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14.12.2010

Weihnachten im Büro: Geschenke am Arbeitsplatz sind heikel

Von: Sabine Meinert
Schenken ist nicht ganz einfach
Zoom Schenken ist nicht ganz einfach
© Getty Images
So gut man sich auch versteht, will man dem Lieblingskollegen etwas schenken, wird es schwierig. Was passt, was geht gar nicht? Und: Muss man dem Chef auch etwas schenken zu Weihnachten? Hier sind Experten-Tipps gefragt.

Die Adventszeit bringt nicht nur jede Menge Vorweihnachtsstress und Jahresend-Projekte, sie sorgt auch für Extra-Kopfzerbrechen im Büro. Denn muss man zum Fest sein Arbeitsumfeld beschenken? Wenn ja, wen? Und womit? Wie teuer muss das Geschenk sein? Und wie persönlich? Stil-Expertin und Coach Sabine Schwind von Egelstein hat ein paar Regeln aufgestellt.

Zunächst einmal: Niemand muss etwas schenken. Es gilt vielmehr die Regel: Seien Sie selektiv. Zumal, wenn Sie in einer großen Abteilung arbeiten. Nicht nur, dass Ihr Portemonnaie deutlich erleichtert wird, es weckt auch Erwartungen, wenn alle ein Geschenk von ihnen bekommen. "Und wollen Sie jedes Jahr jeden beschenken?", gibt die Fachfrau zu bedenken. Gleichzeitig schränkt sie ein: " Wenn Sie mit wenigen Leuten arbeiten, kann eine Kleinigkeit für jeden genau richtig sein."

Kein Gag, keine Allerweltsdinge

Wenn man nicht gerade zum Julklapp oder zur Wichtelparty andere Regeln aufgestellt hat: Völlig ungeeignet scheint der Expertin ein Gag-Geschenk. "Es ist das falsche Signal im Büro", so Schwind von Egelstein. Genauso wenig zählt ein Allerweltsgeschenk zu den passenden Mitbringseln. Wein, Tassen oder Bilderrahmen werden inzwischen eher mit verkrampftem Lächeln entgegengenommen - und hinterher oft im Papierkorb entsorgt oder bestenfalls weiterverschenkt. Parfüm, Deo oder Wäsche hingegen sind zu intim, zu persönlich und deshalb am Arbeitsplatz tabu.

Also gilt: nicht zu vertraulich, aber auch nicht irgendwelcher Kram. Schließlich möchte man als Schenkender auch zeigen, dass man sich Gedanken um das Geschenk gemacht hat. Hier hilft es, die Teeküchen-Gespräche der vergangenen Wochen noch einmal zu erinnern. Hat der Kollege vielleicht etwas über ein Hobby oder ein spezielles Interesse erzählt? Begeistert er sich gerade für eine Sache besonders? Dann findet sich eine passende Aufmerksamkeit in diesem Umfeld.

"Wenn Sie keine weiteren Informationen haben, ist eine besondere Variation eines Gebrauchsgegenstandes fürs Büro auch geeignet: ein schöner Kugelschreiber, eine Visitenkartenbox, ein edler Bleistift mit passendem Radiergummi", so Schwind von Egelstein. Insgesamt sollten die Geschenke jedoch eher klein gehalten werden. Schließlich geht es nicht darum, Eindruck zu schinden oder den anderen mit der festlichen Gabe zu beschämen. Das würde das soziale Gefüge im Büro deutlich durcheinander bringen. Was zählt, ist eher die Geste. Sie darf nur nicht beliebig und austauschbar wirken.

Krawatte für den Chef?

Ein ganz knifflige Sache sind Geschenke für den Chef. Schenkt man etwas, könnte es als Anbiederei ausgelegt werden, warnt die Stil-Expertin. Besser ist es, sich mit den anderen Kollegen zusammenzutun und ein Gemeinschaftsgeschenk zu übergeben. "Zum Beispiel etwas, wovon seine ganze Familie profitiert: Zirkuskarten, Tickets für das Wellness-Erlebnisbad oder ein beliebtes Gesellschaftsspiel." Der Trick bei solchen Geschenken: Nicht nur der Chef fühlt sich geehrt, er kann auch noch zuhause mit dem Geschenk glänzen.

Wer sich wirklich mit großartigen Geschenken profilieren will, sollte keine Last-Minute-Aktion starten. Dann läuft die Schenkerei meist doch nur auf ein Buch oder eine Flasche Wein hinaus. Den Verpackungsservice zu nutzen, den viele Geschäfte anbieten, gilt dagegen nicht als unfein.

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Quelle: ftd.de
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