Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich nach FTD-Informationen davon verabschiedet, private Steuerberatungskosten wieder abzugsfähig zu machen. Laut Berechnung seines Ministeriums würde dieser Schritt den Fiskus rund 400 Mio. Euro kosten.
Die Maßnahme ist damit eines der teuersten Projekte im Katalog möglicher Steuervereinfachungen. Schäuble würde mit diesem Verzicht den Koalitionsvertrag ignorieren. Auf Drängen der FDP hatte die Regierung sich dort vorgenommen, "den steuerlichen Abzug privater Steuerberatungskosten wieder einführen". Derzeit sind Steuerberaterkosten nur abzugsfähig, wenn sie betrieblich bedingt sind. Wer sich vom Steuerberater bei seiner privaten Steuererklärung helfen lässt, kann die Rechnung hingegen nicht geltend machen. In der Praxis führt das zu häufiger Verwirrung.
Das Finanzministerium sagte auf Anfrage, dass der Minister im Herbst Eckpunkte für eine spürbare Steuervereinfachung vorlegen werde. Derzeit würden die Vorschläge unter finanziellen Gesichtspunkten bewertet. Entschieden sei nichts.
Die Koalitionsfraktionen hatten kürzlich ein gemeinsames 90-Punkte-Papier zur Steuervereinfachung vorgestellt. Auch die Bundesländer haben 13 Punkte präsentiert, deren Umsetzung Bund, Länder und Kommunen rund 500 Mio. Euro kosten würde. Die Absetzbarkeit der Steuerberatungskosten gehört nicht dazu.
Die FDP hat sich mit der Schlappe bereits abgefunden. Schäuble habe bei diesem Punkt sein Gesicht sehr schmerzhaft verzogen und abgewinkt, berichtete der FDP-Obmann im Finanzausschuss, Daniel Volk, aus einem Treffen. Er rechne sich hier keine Chancen mehr aus.
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