Recht + Steuern Ab heute gelten strengere Energiespar-Vorgaben für Hausgeräte

Ab diesem Freitag gelten strengere Vorschriften für energiehungrige Backöfen

Ab diesem Freitag gelten strengere Vorschriften für energiehungrige Backöfen© Fotolia.com - Andrey Armyagov

Die EU verbannt erneut Stromfresser aus dem Handel: Für viele Küchengeräte gelten ab heute strengere Energiespar-Vorgaben. Welche Produkte betroffen sind - und wie viel Geld Verbraucher dadurch sparen können.

Was ändert sich zum 20. Februar?

Die neue Energiespar-Verordnung der EU verbietet extrem energiehungrige Backöfen, Kochfelder und Dunstabzugshauben. Das betrifft Dunstabzugshauben sowie mit Strom oder Gas betriebene Backöfen und Kochfelder für den Hausgebrauch. Sie müssen energieeffizienter werden. Ermittelt werden diese Werte in standardisierten Testsituationen. Dabei darf für eine bestimmte Leistung nicht mehr als eine bestimmte Energiemenge verbraucht werden – die mathematischen Formeln dazu stehen in der EU-Verordnung.

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Bedeuten die neuen Regeln für die Hersteller?

Einen gewissen Aufwand gibt es. Die Hersteller müssen Daten zum Energieverbrauch liefern. Doch die Firmen können mit einer guten Energieeffizienz auch punkten beim Kunden. „Das Energie-Label hatte bisher Vorteile im Marketing“, sagt Werner Scholz vom Elektroindustrie-Branchenverband ZVEI. Allerdings warnt er vor allzu kleinteiligen Vorgaben: Damit sich eine Kennzeichnung lohne, müsse es auch eine ausreichend große Spannbreite beim Energieverbrauch in einer Produktkategorie geben.

Muss die Branche sich anstrengen, um die Standards zu schaffen?

„Die Wirtschaft weiß seit zwei Jahren, dass diese neuen Auflagen kommen. Es gibt da überhaupt keinen Aufreger“, meint Scholz. Viele Produkte wiesen schon heute eine gute Energieeffizienz auf. „Sie sehen in Deutschland inzwischen fast nur noch Backöfen mit mindestens der Klasse A.“

Gibt es solche Regeln schon für andere Produkte?

Ja, eine ganze Menge. Seit dem vergangenen September ist zum Beispiel die Leistung von Staubsaugern schon auf 1600 Watt gedrosselt. Für Kaffeemaschinen muss es seit Jahresbeginn im Normalbetrieb eine automatische Abschaltung der Warmhalteplatte geben oder einen energiesparenden Bereitschaftsmodus. Auch für Geschirrspüler oder Kühlschränke gibt es neue Energiespar-Auflagen.

Können Verbraucher dabei Geld sparen?

Ja. Bei einem energiesparenden Gasbackofen lassen sich über die durchschnittliche Lebensdauer laut EU-Kommission 180 Euro sparen, bei einem Elektrobackofen 230 Euro – im Vergleich zu einem herkömmlichen Produkt. Auch das Klima profitiert: Die Vorgaben für die drei Gerätegruppen sollen zu einer Minderung des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) ab 2020 von einer Million Tonnen jährlich führen, so die EU-Kommission.

Müssen Geschäfte nun alte Bestände wegwerfen?

Nein. Die neuen Regeln gelten nur für Produkte, die neu in den Verkehr gebracht werden. Produkte, die schon im Handel sind, betreffen sie nicht.

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