Recht + Steuern Air Berlin darf keine gemeinsamen Flüge mit Etihad anbieten

Eine Boeing 737-800 von Air Berlin

Eine Boeing 737-800 von Air Berlin© Air Berlin

Es ist ein weiterer Rückschlag für Air Berlin: 34 gemeinsame Flüge mit der arabischen Fluggesellschaft Etihad wurden vom Luftfahr-Bundesamt verboten. Air Berlin droht nun mit dem Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland.

Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin verliert ein strategisch wichtiges Standbein. Das Luftfahrt-Bundesamt hat 34 gemeinsame Flugverbindungen mit dem arabischen Partner Etihad untersagt, wie Air Berlin am Freitag mitteilte. Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums sagte, die Entscheidung der Behörde beruhe auf Luftverkehrsabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten. Air Berlin kündigte rechtliche Schritte gegen die Entscheidung an.

Für die zweitgrößte deutsche Airline sind die sogenannten Codeshare-Flüge ein Weg zu mehr Wachstum vor allem auf Langstrecken. Etihad konnte seinen Kunden durch die Partnerschaft mehr Ziele in Europa anbieten – die Codeshares haben momentan vor allem strategische Bedeutung. Der Großaktionär hält Air Berlin über Wasser. Erst im Frühjahr hatten die Araber den Berlinern mit weiteren 300 Millionen Euro in Form einer Wandelanleihe unter die Arme gegriffen.

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„Dieser Schritt gefährdet deutsche Arbeitsplätze, weiteres Wachstum wird außerhalb Deutschlands stattfinden und damit andere Hubs stärken“, kritisierte Air-Berlin-Chef Wolfgang Prock-Schauer. „Auch für die deutschen Flughäfen bedeutet dies einen Verlust an attraktiven Verbindungen und weniger Wachstum.“

Air Berlin garantiert Flüge für Kunden mit gebuchten Codeshare-Flügen

Das Unternehmen wies daraufhin, dass die Behörde die gemeinsamen Flüge seit sechs Flugplanperioden genehmigt habe. Nun sei das Vertrauen der Passagiere erschüttert. Air Berlin versicherte, wer schon einen Codeshare-Flug gebucht habe, werde auch befördert.

Für dieses Jahr erwartet die Airline mehr als eine halbe Million zusätzliche Fluggäste und mehr als 100 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz durch das Codesharing mit Etihad. Mehr als 50 Millionen Euro Umsatz gingen durch das Verbot der 34 von insgesamt gut 60 Verbindungen verloren.

Etihad wurden auch andere Verkehrsrechte verweigert

Das Luftfahrtbundesamt in Braunschweig bestätigte, dass Etihad einige Codesharingverbindungen nicht genehmigt wurden, die das Unternehmen für den Winterflugplan beantragt hatte. Der Fluggesellschaft seien außerdem noch andere Verkehrsrechte verweigert worden. Die Behörde nannte aber weder Details noch Gründe für ihre Entscheidung.

Etihad ist im Langstreckengeschäft von Europa nach Asien auch ein Konkurrent des deutschen Marktführers Lufthansa. Air Berlin ist die deutsche Nummer zwei und beförderte im ersten Halbjahr insgesamt 14,6 Millionen Passagiere.

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