Leben Aufatmen in Vereinen: Für Amateur-Vertragsspieler gilt nicht der Mindestlohn

Seit dem 1. Januar 2015 gilt - mit wenigen Ausnahmen - in Deutschland der allgemeine, flächendeckende Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde.

Seit dem 1. Januar 2015 gilt - mit wenigen Ausnahmen - in Deutschland der allgemeine, flächendeckende Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde. © dpa

Die Verunsicherung in den deutschen Sportvereinen war zuletzt groß: Steht Amateuren mit Vertrag auch der gesetzliche Mindestlohn zu? Nein, stellte Arbeitsministerin Nahles jetzt klar.

Amateur-Vertragsspieler im deutschen Sport fallen nicht unter die Mindestlohnregelung. Dies stellte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) am Montag in Berlin klar, nachdem es in den Vereinen erhebliche Verunsicherungen gegeben hatte. Die Vertragsspieler, die Vereinsmitglieder sein müssten, bekämen eine geringe Aufwandsentschädigung und seien in der Regel als Minijobber angemeldet. Die Vereinstätigkeit sei in aller Regel nicht der Hauptbroterwerb.

Nahles hatte sich zuvor mit den Spitzen von Deutschem Olympischen Sportbund (DOSB) und Deutschem Fußball-Bund (DFB) getroffen. DOSB-Präsident Alfons Hörmann sagte, es sei wichtig gewesen, „eine Handlungsanweisung zu erhalten, die in der praktischen Arbeit vor Ort eine vernünftige Perspektive bietet“. Die Ehrenamtlichen in den Vereinen sollen ihre Auslagen und eine geringe Aufwandsentschädigung erhalten, aber nicht als Minijobber gemeldet werden.

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DFB-Schatzmeister Reinhard Grindel betonte, die Regel, dass bei einem Minijob der Mindestlohn gelte, „gilt für Vertragsspieler nicht“. Solche Verträge sollten die Spieler an den Verein binden und hätten mit klassischen Arbeitsverhältnissen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nichts zu tun.

Für Platzwarte gilt aber der Mindestlohn

Dies gelte im Übrigen nicht nur für den Fußball, sondern für alle Sportarten mit Vertragsspielern. Im Fußballbereich gebe es rund 8800 solcher Spieler, die in der Regel um die 250 Euro Aufwandsentschädigung bekämen. Grindel unterstrich allerdings, dass Angestellte von Vereinen, wie hauptamtliche Platzwarte, unter die Mindestlohnregelung fallen.

Nahles betonte nach den Treffen mit den Sportverbandsspitzen jedoch, dass die Verständigung mit DOSB und DFB im Amateurvertragsbereich keine Korrektur ihres Gesetzes bedeute. Es handle sich um eine Klärung. Diese Regelungen seien schon in einem Protokoll des Arbeitsausschusses des Bundestages festgehalten worden. Und diese Protokollnotiz sei durchaus verbindlich.

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