Recht + Steuern Bargeldlos zahlen und sparen: MyTaxi startet umstrittene Rabatt-Aktion

Licht an bedeutet "Taxi frei": Da der Mindestlohn die Taxipreise steigen lässt, bangen Taxiunternehmen um Kunden.

Licht an bedeutet "Taxi frei": Da der Mindestlohn die Taxipreise steigen lässt, bangen Taxiunternehmen um Kunden.© B. Wylezich / Fotolia.com

Zum halben Preis sollen sich im Dezember Taxi-Kunden durch Hamburg kutschieren lassen können. Die Rabatt-Aktion des Smartphones-Dienstes MyTaxi ruft Kritik bei der etablierten Konkurrenz hervor: Taxiunternehmer prüfen rechtliche Schritte.

Im heiß umkämpften Markt der Taxivermittlung zieht Daimlers Smartphone-Dienst MyTaxi mit einer Rabattaktion Kritik aus der Branche auf sich. Der Dienst will weitere Kunden ködern und kündigt an, dass bargeldlos zahlende Taxikunden in Hamburg in der Zeit vom 1. Dezember bis zum Weihnachtsabend über MyTaxi nur den halben Preis zahlen. Taxiunternehmen warnten vor der Aktion und prüfen einen möglichen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht.

Es habe sich gezeigt, dass Nutzer, die mit der App über PayPal oder der Kreditkarte zahlten, deutlich loyaler seien, sagte MyTaxi-Chef Nic Mewes der dpa. Bei der Aktion werde auch den Fahrern jeweils nur die Hälfte der Vermittlungsgebühren berechnet. Die Kosten trägt MyTaxi. Aktuell zahlten rund 30 Prozent der Kunden bargeldlos mit dem Smartphone. „Wir wollen mit der Aktion neue Kunden gewinnen und Gelegenheitsnutzer an uns binden“, sagte Mewes.

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Der Deutsche Taxi- und Mietwagenverband (BZP) sieht die Aktion kritisch: „Ich halte das für wettbewerbsrechtlich hochproblematisch, wenn ein großer Anbieter nur über Geld in den Markt drängen will“, sagte BZP-Geschäftsführer Thomas Grätz der Deutschen Presse-Agentur.

Neue Konkurrenz: Taxi Deutschland, Taxi.eu und cab4me

Für die Hamburger Taxen-Union Hansa e.V. mit rund 500 Mitgliedern ist die Aktion „ein netter Marketing-Gag, der schnell zum Bumerang werden kann“. Denn man werde genau prüfen, „ob diese Aktion den Tatbestand des unlauteren Wettbewerbs erfüllt“, kündigte Sprecher Thomas Lohse an. Eine Sprecherin der Hamburger Wirtschaftsbehörde sagte dem „Hamburger Abendblatt“ jedoch zunächst: „Wenn die Aktion von MyTaxi gesponsert wird, dann haben wir in diesem Fall nichts zu beanstanden.“

Der Chef von Hansa Funktaxi, Dirk Schütte, erklärte, dass das Auftreten des Fahrdienstvermittlers Uber im deutschen Markt den MyTaxi-Verantwortlichen schlaflose Nächte zu bereiten scheine. „Wie sonst ist zu erklären, dass sie bereit sind, Hunderttausende Euro zu verschenken.“

Der Wettbewerb im Markt der Taxi-Vermittlung sei derzeit „sehr heiß“, sagte MyTaxi-Chef Mewes. MyTaxi konkurriert etwa direkt mit Taxi-Zentralen, die sich Anfang November zu einem Netzwerk verbunden haben (Taxi Deutschland, Taxi.eu und cab4me). Erst diese Woche startete der umstrittene Fahrdienstvermittler Uber seine neue Taxi-Plattform nach Hamburg und Berlin auch in Düsseldorf.

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