Recht + Steuern BGH-Urteil: Haftung darf bei Gebrauchtwagen nicht vollständig ausgeschlossen werden

Außenaufnahme des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe

Außenaufnahme des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe© dpa

Wer einen Gebrauchtwagen verkauft, darf nicht die komplette Haftung ausschließen. Das hat der Bundesgerichtshof in einem Streitfall um einen Motorschaden bei einem Mercedes entschieden.

Der Verkäufer eines Gebrauchtwagens darf seine Haftung für Mängel am Pkw nicht vollständig ausschließen. Das hat der Bundesgerichtshof in einem jüngst verkündeten Urteil entschieden. Erlaubt ist es demnach nicht, in Vertragsklauseln die Haftung für Körper-und Gesundheitsschäden und grobes Verschulden außen vor zu lassen. (Az.: VIII ZR )

Im konkreten Fall stritten sich Käufer und Verkäufer eines gebrauchten Mercedes Benz. Der Kläger hatte den Wagen 2007 für 33.000 Euro gekauft – „unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung“, wie es in den Klauseln hieß. Am Tag nach dem Kauf stellte er ein „Klackern“ des Motors fest und wollte den Kaufvertrag wegen eines Mangels rückgängig machen.

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Ein Sachverständiger stellte fest, dass der Schaden nur durch den Einbau eines Austauschmotors behoben werden könne. Dennoch wiesen die Vorinstanzen die Klage wegen des Haftungsausschlusses ab.

Die BGH-Richter bewerteten die entsprechenden Klauseln wegen „unangemessener Benachteiligung“ des Käufers jedoch als unwirksam. Der Verkäufer habe auch die Haftung für Körper-und Gesundheitsschäden und für grobes Verschulden ausgeschlossen, hieß es. Das Gericht hob das Urteil der zweiten Instanz auf und wies den Fall zur neuen Überprüfung ans Oberlandesgericht Jena zurück.

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