Recht + Steuern BGH-Urteil: Käuferin darf maroden Gebrauchtwagen zurückgeben

Maroder Gebrauchtwagen: Der Händler muss den Wagen vor Verkauf prüfen

Maroder Gebrauchtwagen: Der Händler muss den Wagen vor Verkauf prüfen© Oleksii Nykonchuk - fotolia.com

Der Bundesgerichtshof stärkt erneut die Rechte der Autokäufer. Im Streitfall um einen 13 Jahre alten Opel entschied das Gericht: Wenn sich der Gebrauchtwagen als Schrottkarre entpuppt, darf man ihn zurückgeben.

Im Streit über einen maroden Gebrauchtwagen hat eine Frau beim Bundesgerichtshof (BGH) einen Erfolg errungen: Sie kann den Wagen zurückgeben und bekommt ihr Geld zurück. (Az.: VIII ZR 80/14). Das Urteil dürfte nicht nur Autohändler interessieren.

Die Klägerin hatte den 13 Jahre alten Opel Zafira 2012 bei einem Gebrauchtwagenhändler während eines Urlaubs in Lindau gekauft. Der Wagen mit einer Laufleistung von 144.000 Kilometern kostete 5000 Euro. Auf dem Rückweg in ihre Heimat – die Nordseeinsel Wangerooge – versagte der Motor jedoch. Abgesehen davon stellte sich später heraus, dass die Bremsleitungen verrostet waren.

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Händler hätte den Wagen sorgfältig prüfen müssen

Die Käuferin klagte auf Rückgabe des Wagens gegen Rückzahlung der 5000 Euro und hatte damit bereits in den Vorinstanzen Erfolg. Der Händler hätte den Wagen vor dem Verkauf sorgfältig prüfen müssen, entschied etwa das Oberlandesgericht Oldenburg im vergangenen Jahr. Die Revision des Verkäufers gegen das OLG-Urteil wies der BGH am Mittwoch zunächst ohne Begründung zurück.

Bereits vor vier Wochen hat das Bundesgerichtshof die Rechte von Gebrauchtwagen-Käufern gestärkt: Wer einen Gebrauchtwagen verkauft, darf nicht die komplette Haftung ausschließen, lautete das Urteil.

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