Recht + Steuern Bundestag beschließt Elterngeld Plus

Wenn die Kinder wegen des Streiks nicht zur Kita können, müssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine gute Lösung finden.

Wenn die Kinder wegen des Streiks nicht zur Kita können, müssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine gute Lösung finden. © kristall - Fotolia.com

Mit dem Elterngeld Plus haben Mütter und Väter vom kommenden Jahr an mehr Wahlfreiheit, wenn es darum geht, Familie und Job unter einen Hut zu bringen. Arbeitgeber üben jedoch Kritik an der neuen Regelung.

Der Bundestag hat die Einführung des sogenannten Elterngeld Plus zum 1. Juli 2015 beschlossen. Damit trägt die Politik dem Wunsch vieler Frauen Rechnung, sich von dem traditionellen Rollenbild der Hausfrau und Mutter zu verabschieden. „Wir stärken damit allen jungen Eltern den Rücken, die gemeinsam für ihre Kinder da sein wollen“, sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag vor der Abstimmung im Bundestag.

Die neue Variante des einkommensabhängigen Elterngeldes bietet Müttern und Väter die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten und trotzdem staatliche Unterstützung zu erhalten. Die Eltern bekommen zwar beim Elterngeld Plus nur halb so viel Geld wie die Bezieher des regulären Elterngeldes.

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Dafür ist aber der Zeitraum, in dem die Familie Unterstützung erhält, mit 24 Monaten doppelt so lang wie bisher. Arbeiten Mutter und Vater beide jeweils zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche, gibt es einen Partnerschaftsbonus. Das heißt, die Unterstützung wird noch für weitere vier Monate bezahlt. Das herkömmliche Elterngeld wird auch weiterhin existieren. Eltern können sich künftig entweder für eine der beiden Varianten entscheiden oder beide kombinieren.

Was Arbeitgeber kritisieren

Die Arbeitgeber kritisieren, dass ihnen die Neuregelung noch mehr Flexibilität abverlangt. Denn Eltern können ihre Elternzeit künftig in drei statt zwei Zeiträume aufteilen. Außerdem wird es für die Bezieher von Elterngeld Plus möglich sein, einen Teil der bezahlten Auszeit später zu nehmen, und zwar bis zum vollendeten achten Lebensjahr des Kindes.

Diese zusätzliche Flexibilität erschwere den Betrieben die Personalplanung, erklärte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). „Die Aufteilung der Elternzeit auf bis zu drei Zeitabschnitte ist insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen nur schwer zu organisieren“, kritisierte die BDA. Das Gesetz war wegen der Einwände der Arbeitgeber in diesem Punkt zuletzt noch etwas abgeschwächt worden. So wurde festgelegt, dass der Arbeitgeber es ablehnen kann, den dritten Zeitabschnitt der Elternzeit zu gewähren, wenn er dafür dringende betriebliche Gründe vorlegen kann.

In der Bevölkerung stößt das Elterngeld, das inzwischen mehr als fünf Milliarden Euro pro Jahr kostet, auf breite Zustimmung. Das geht aus dem neuen „Monitor Familienleben 2014“ des Instituts Allensbach hervor, dessen Ergebnisse der Nachrichtenagentur dpa in Auszügen vorliegen. Danach halten 72 der Deutschen das Elterngeld für eine gute Regelung. Das neue Elterngeld Plus wird von 58 Prozent positiv bewertet. Nur 12 Prozent finden die geplante Regelung nicht gut. 30 Prozent der Menschen, die Allensbach befragte, haben dazu keine Meinung. Viele Befragte erfuhren durch die Umfrage überhaupt erst von der neuen Leistungsvariante und ihren Inhalten.

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