Recht + Steuern Neue Bilanzierungsregeln bringen weniger Bürokratie für tausende Unternehmen

Tausende Firmen haben künftig beim Jahresabschluss mit weniger Bürokratie zu kämpfen.

Tausende Firmen haben künftig beim Jahresabschluss mit weniger Bürokratie zu kämpfen.© Studio Porto Sabbia / Fotolia.com

Für tausende Firmen gelten jetzt weniger strenge Bilanzierungsregeln: Das bedeutet weniger Bürokratie beim Jahresabschluss bei vielen kleinen und größeren Kapitalgesellschaften.

Ein neuer Beschluss des Bundestags vereinfacht die Jahresabschlüsse für tausende Unternehmen. Das Parlament hob am Donnerstagabend die Schwellenwerte für die Einstufung von Kapitalgesellschaften an – und zwar um etwa 20 Prozent. Zu den Kapitalgesellschaften zählt unter anderem auch die GmbH.

Dadurch werden Schätzungen zufolge rund 7000 mittelgroße Unternehmen künftig als Kleinunternehmen eingestuft, rund 300 größere Unternehmen gelten nur noch als mittelgroß. Durch diese Herabstufung unterliegen sie weniger strengen Bilanzierungsregeln und sollen so bei der Bürokratie entlastet werden. Zudem dürften etwa 30 Konzerne von der Berichtspflicht ausgenommen werden. Darüber hinaus ergeben sich Änderungen auch bei den Genossenschaften. Es wird geschätzt, dass 200 mittelgroße Genossenschaften künftig als klein und zehn große Genossenschaften künftig als mittelgroß einzustufen sind.

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Die jährlichen Bürokratiekosten der deutschen Wirtschaft sollen dadurch um insgesamt etwa 100 Millionen Euro sinken. Zudem soll die neue Richtlinie für eine bessere Vergleichbarkeit der Jahres- und Konzernabschlüsse von Kapitalgesellschaften und bestimmten Personenhandelsgesellschaften in Europa sorgen.

Die wichtigsten neuen Bilanzierungsregeln im Überblick:

Die Größe einer Kapitalgesellschaft richtet sich nach Bilanzsumme, Umsatzerlösen und Arbeitnehmerzahl einer Firma. Zwei dieser Richtwerte müssen der im Steuergesetz vorgeschriebenen Größenklasse entsprechen.

Nach dem Beschluss des Bundestags gelten Kapitalgesellschaften bis zu einer Bilanzsumme von 6 Millionen Euro künftig als klein, zuvor lag die Grenze bei etwa 4,8 Millionen Euro. Die Umsatzerlöse einer Firma dürfen anstelle von 9,7 Millionen Euro jetzt 12 Millionen Euro Umsatz betragen, damit sie bei der Bilanzierung noch als kleine Kapitalgesellschaft eingestuft werden. Die Arbeitnehmerzahl bleibt gleich: Im Jahresdurchschnitt darf eine kleine Kapitalgesellschaft fünfzig Arbeitnehmer beschäftigen.

Mittelgroß ist eine Kapitalgesellschaft künftig, wenn ihre Bilanzsumme 20 Millionen Euro nicht überschreitet. Zuvor lag die Grenze bei rund 19 Millionen Euro. Bei den Umsatzerlösen gilt: Firmen mit bis zu 40 Millionen Euro Umsatz zählen als mittelgroß, die Grenze hat sich hier um 1,5 Millionen Euro nach oben verschoben. Eine mittelgroße Kapitalgesellschaft darf nach wie vor 250 Beschäftigte haben.

Den Gesetzesentwurf, der vom Bundestag verabschiedet wurde, können Sie hier einsehen.

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