Recht + Steuern Wer wird Nachfolger von Barroso?

José Manuel Barroso steht seit 2004 an der Spitze der EU-Kommision, 2009 war er für eine zweite Amtszeit von fünf Jahren gewählt worden.

José Manuel Barroso steht seit 2004 an der Spitze der EU-Kommision, 2009 war er für eine zweite Amtszeit von fünf Jahren gewählt worden. © European People's Party - EPP/Flickr/Wikimedia Creative Commons/CC BY 2.0

Im Oktober ist nach zwei Amtszeiten Schluss für den jetzigen EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso. Aber wer übernimmt dann den Posten? Ein Überblick, wer als Spitzenkandidat der Parteien für das Amt antritt.

Nach zwei Amtszeiten ist auch für den EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso im Oktober Schluss. Wer bei der Europawahl als Spitzenkandidat der unterschiedlichen politischen Gruppen antritt – und Nachfolger von Barroso werden könnte:

Die konservative Europäische Volkspartei (EVP):

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Jean-Claude Juncker: Der frühere luxemburgische Premier geht als Favorit ins Rennen, weil die Christdemokraten deit langem im Parlament eine komfortable Mehrheit haben. Der 59-Jährige gilt als Mann der klaren Worte. Juncker ist eine feste Größe in der Europapolitik: Von 2005 bis 2013 war er Vorsitzender der Eurogruppe und wirkte entscheidend daran mit, die Eurokrise zu bewältigen. Der Jurist spricht fließend Englisch, Deutsch und Französisch.

 
Sozialdemokratische Partei Europas (SPE):

Martin Schulz Der 58 Jahre alte SPD-Politiker gilt als wortgewandt, streitlustig, ehrgeizig. 2004 übernahm der gelernte Buchhändler aus Würselen den Fraktionsvorsitz der Sozialisten, 2012 wurde er Präsident des Europaparlaments. Schulz ist Europäer aus Leidenschaft, schnell im Denken und im Sprechen. Auch auf Französisch und Englisch.

 
Die europäischen Grünen haben zwei Spitzenkandidaten bestimmt:

José Bové: Der 60-jährige Franzose ist Landwirt, Schafzüchter, Umweltaktivist und hat die Anti-Globalisierungsbewegung Attac mitbegründet. Bekannt wurde der «Bauernführer», als er 1999 mit Mitstreitern eine McDonald’s-Filiale kurz vor deren Eröffnung demolierte.
Seit 2009 sitzt Bové für die Grünen im Europaparlament.

Franziska Keller: Die 32-Jährige ist in Deutschland eher unbekannt. Die frühere Landesvorsitzende der Grünen in Brandenburg zog 2009 ins Europaparlament ein. Keller studierte Judaistik, Islamwissenschaft und Turkologie. Sie spricht Englisch, Französisch, Spanisch, Türkisch und Arabisch und ist mit einem Finnen verheiratet.

 
Die Allianz der liberalen und Demokraten (ALDE) schickt ebenfalls zwei Spitzenkandidaten ins Rennen:

Guy Verhofstadt: Verhofstadt ist Belgier aus Flandern und überzeugter Europäer. Der 60-Jährige war bis 2008 insgesamt neun Jahre Ministerpräsident seines Heimatlandes. Seit 2009 ist der studierte Jurist Fraktionschef der europäischen Liberalen im Europaparlament. Verhofstadt und seine Frau haben zwei Kinder.

Olli Rehn: Der Finne arbeitet seit 2004 als EU-Kommissar. Bis 2010 betreute er die EU-Erweiterung, danach übernahm er das Ressort Wirtschaft und Währung. Rehn hat in den USA und in Helsinki Politik, Wirtschaft, Journalismus und internationale Beziehungen studiert. Der 52-jährige wird in Brüssel als Vermittler und Diplomat geschätzt.

 
Der Kandidat der europäischen Linken:

Alexis Tsipras: Der Senkrechtstarter aus Griechenland begann seine politische Laufbahn in den 1990er Jahren als Studentenführer. Er nahm an Demonstrationen der Globalisierungskritiker in Berlin, Genua und Florenz teil. 2008 wurde er Vorsitzender der Linkspartei Syriza. Der 39-Jährige gilt als ausgezeichneter Redner. Er lebt mit seiner Lebensgefährtin und zwei Söhnen in Athen.

Insgesamt gibt es dreizehn europäische Parteienbündnisse, aber nicht alle stellen einen Spitzenkandidaten auf.

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