Recht + Steuern Dürfen Mitarbeiter ihren Chef als Psychopathen bezeichnen?

Den Chef als Psychopathen zu bezeichnen, ist kein Kündigungsgrund

Den Chef als Psychopathen zu bezeichnen, ist kein Kündigungsgrund© Kzenon - Fotolia.com

Als "Psychopath" wollte sich ein Chef nicht folgenlos bezeichnen lassen. Er kündigte dem Mitarbeiter. Zu Unrecht, wie jetzt ein Gericht entschied.

Wer seinen Chef einen Psychopathen nennt, dem droht nicht zwangsläufig die Kündigung. Das entschied das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz (Az.: 5 Sa 55/14). Eine solche grobe Beleidigung sei zwar eine „erhebliche Ehrverletzung“ des Vorgesetzten und „an sich“ ein wichtiger Grund für eine außerordentliche Kündigung.

Im konkreten Fall hätte aber eine Abmahnung des Mitarbeiters einer Chemiefirma genügt. Der Mann hatte seinen Chef nicht direkt beleidigt, sondern hatte im Kollegenkreis über ihn hergezogen.

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Dem verbalen Ausbruch war ein missglücktes Personalgespräch vorausgegangen. Der Mitarbeiter war dabei von seinem Vorgesetzten aus dem Zimmer geworfen worden.

Über den Vorfall beschwerte er sich später beim Rauchen mit Kollegen. Laut Urteil konnte er aber darauf vertrauen, dass seine Aussagen vor den Kollegen nicht nach außen dringt.

2 Kommentare
  • EinUnternehmer 8. September 2014 11:40

    Die Bezeichnung Psychopath ist keine Beleidigung sondern eher eine Vermutung. Psychopathen sind Menschen die skrupellos sind, keine Angst haben, manipulativ sind und einfach alles hinter den eigenen Erfolg anstellen. Welcher normale und fähige Chef schmeist seinen Mitarbeiter schon beim Personalgespräch aus dem Büro.

    Ich habe schon einige Psychopathen in Führungspositionen gesehen. Die kommen aufgrund ihrer disposition dort leichter hin als normale.

    Es spricht aber sehr gegen die Kollegen das die die „Beleidigung“ verpetz haben.

  • Name Jürgen Haupt 7. September 2014 17:40

    Schade, denn a) zeugt eine solche Äusserung und dann auch noch vor Kollegen nicht gerade vom Intellekt des Äussernden, und b) kann die Arbeitsleistung und Effektivität des Mitarbeiters spätestens nach dieser Beleidigung und damit Meinungsbekundung kaum ausreichend sein, ihn weiter zu beschäftigen. Er sollte sich die Frage stellen, warum das Gespräch so negativ für ihn verlaufen ist…

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