Recht + Steuern Finanzministerium: Erbschaftsteuer-Reform betrifft nur 1 Prozent der Firmenerben

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Die geplante Reform der Erbschaftsteuer würde viele Firmenerben gar nicht treffen. "Der normale Familienbetrieb von nebenan wäre nicht betroffen."

Die geplante Reform der Erbschaftsteuer würde viele Firmenerben gar nicht treffen. "Der normale Familienbetrieb von nebenan wäre nicht betroffen."© picture alliance / Bildagentur-online/McP-Leitner

Die Reform der Erbschaftsteuer wird von der Wirtschaft scharf kritisiert. Eine neue Statistik zeigt nun, dass 99 Prozent der Unternehmer weiterhin steuerfrei erben können. War die Aufregung ganz umsonst?

Die von der Wirtschaft und Teilen der Union massiv abgelehnten Erbschaftsteuer-Pläne von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) würden nur wenige Firmenerben treffen. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor. Lediglich eine äußerst geringe Zahl Unternehmenserben müsste sich einer sogenannten Bedürfnisprüfung durch den Fiskus unterziehen, ob sie von der Steuer verschont werden dürfen.

Nach der Statistik lagen 2013 nur 1,5 Prozent beziehungsweise 186 von 12.748 Firmenerben oberhalb der von Schäuble für die „Bedürfnisprüfung“ vorgeschlagenen Freigrenze von 20 Millionen Euro je Erbfall. Im Jahr 2009 seien es lediglich 0,1 Prozent gewesen oder absolut 16 Fälle. Berechnet man den Durchschnitt für die Jahre 2009 bis einschließlich 2013, müssten sich nur 0,8 Prozent der Unternehmenserben zukünftig einer Prüfung unterziehen.

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„Anders gesagt: 99,2 Prozent der Unternehmenserben könnten unbeachtet ihrer finanziellen Situation voll von der Erbschaftsteuer verschont werden“, sagte die Grünen-Politikerin Lisa Paus. „Der normale Familienbetrieb von nebenan wäre nicht betroffen, anders, als es im Moment viele Wirtschaftsverbände suggerieren.“ Die Wirtschaft, Teil der CDU sowie vor allem die CSU lehnen Schäubles Pläne ab. Sie fordern eine höhere Obergrenze und lehnen eine Einbeziehung des Privatvermögens bei der Bedürfnisprüfung ab.

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