Recht + Steuern EuGH-Urteil: Gesamtpreis muss bei Online-Buchung von Flugtickets sofort ersichtlich sein

Eine Boeing 737-800 von Air Berlin

Eine Boeing 737-800 von Air Berlin© Air Berlin

Wer einen Flug im Internet bucht, will schnell Preise vergleichen können. Doch das ist nicht immer einfach. Denn der Endpreis inklusive Steuern und Gebühren wird mitunter erst spät bei einer Buchung angezeigt. Dieser Praxis hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) nun einen Riegel vorgeschoben.

Fluggesellschaften müssen ihren Kunden bei Online-Buchungen von Anfang an den Endpreis anzeigen. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Donnerstag in einem Urteil entschieden (Rechtssache C-573/13). Demnach reicht es also nicht, den Preis inklusive Steuern und Gebühren erst auszuweisen, wenn ein bestimmter Flug ausgewählt wurde, sondern der Endpreis muss sofort klar ersichtlich sein.

Mit ihrem Urteil erklärten die Richter eine Praxis von Air Berlin aus dem Jahr 2008 für nicht rechtens. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte in Deutschland gegen Air Berlin geklagt und ihr vorgeworfen, die Flugpreise damals in einer Tabelle ohne Steuern, Flughafengebühren oder Kerosinzuschläge angezeigt zu haben. Nur für einen ausgewählten Flug sei unterhalb der Vergleichstabelle der wahre Preis zu sehen gewesen.

Der EuGH musste jetzt die Frage klären, ob eine Airline den Endpreis schon bei der erstmaligen Angabe von Preisen ausweisen muss oder erst später. Und ob es reicht, den Preis für einen ausgewählten Flug anzuzeigen.

Urteil wichtig für Buchungen in Online-Reisebüros

Die Airline bezeichnete den Vorwurf als überholt. Sie habe die Preisanzeige auf der Internetseite schon vor der Klage teilweise geändert. Wer jetzt einen Flug sucht, bekommt eine Tabelle mit möglichen Abflugzeiten und den Preisen inklusive Steuern und Zuschlägen angezeigt. Zusätzlich kann man Netto-Flugpreis, Steuern, Treibstoff- und Sicherheitszuschlag einblenden.

Doch auch wenn sich der Vorwurf gegen Air Berlin bereits erledigt haben dürfte: Die Verbraucherschützer hofften auf ein Grundsatz-Urteil des EuGH. Denn das Problem bestehe weiterhin bei Buchungen über Online- Reisebüros, sagt Kerstin Hoppe vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Die zeigten Servicepauschalen und Zahlungsgebühren oft erst spät an.

Mehr über das Urteil lesen Sie in Kürze auf impulse.de

bas/dpa

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