Recht + Steuern Fall Uli Hoeneß: Unternehmer in der Knasthierarchie ganz oben

Das Landgericht München hatte Uli Hoeneß im März zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Das Landgericht München hatte Uli Hoeneß im März zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. © Getty Images

Ende April wird Ex-FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß seine Haftstrafe antreten. Unternehmer wie er müssen im Gefängnis nicht um ihre Sicherheit fürchten, erklären Strafrechtsexperten in der aktuellen Ausgabe von impulse.

Der zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilte Ex-FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß wird sich um seine Sicherheit im Gefängis kaum sorgen müssen. Verurteilte Unternehmer stünden in der Knasthierarchie ganz oben, sagte der Kölner Strafverteidiger Dirk Petri von der Kanzlei Brüssow & Petri dem Wirtschaftsmagazin impulse (Ausgabe 4/2014, ab Donnerstag am Kiosk).

„Sie sind interessant, eloquent und können Mithäftlingen bei der Formulierung von Anträgen helfen.“ Auch bei den Vollzugsbeamten seien sie beliebt, gelten sie doch als folgsame Häftlinge, „die keinen Ärger machen“. Petri gilt als Experte für Wirtschaftsstrafverteidigungen und hat unter anderem den Ex-Bayern-LB-Manager Gerhard Gribkowsky betreut, als sich dieser 2012 vor dem Landgericht München wegen Bestechlichkeit und Untreue verantworten musste.

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Haftlockerungen oft nach sechs bis acht Monaten

Auch der Strafrechtler Heiko Ahlbrecht von der Sozietät Wessing & Partner glaubt, dass ein prominenter Wirtschaftsstraftäter wie Hoeneß im Gefängnis nicht um seine Sicherheit fürchten muss. „Viele Mithäftlinge werden sein Freund sein wollen“, sagt er, das könne eher belästigend werden. Hoeneß‘ Strafantritt wird für Ende April in der Justizvollzugsanstalt Landsberg erwartet. Dort sitzen viele Ersttäter mit Strafen bis zu fünf Jahren ein, oft Wirtschaftskriminelle.

Nach sechs bis acht Monaten können Unternehmer oft schon mit Haftlockerungen rechnen. Allerdings setzt der offene Vollzug, bei dem Straftäter nur noch über Nacht ins Gefängnis zurückkehren, eine Stelle voraus – als Angestellter in der eigenen Firma etwa. „Da kann die Anstaltsleitung besser nachprüfen, ob sie dort wirklich arbeiten“, sagt Petri.

Verurteilten Unternehmern rate er daher, ein Familienmitglied als neuen Geschäftsführer einzusetzen und – zusätzlich – einen externen Co-Chef dazuzuholen. Das wirke glaubwürdiger. Petri glaubt auch, dass Hoeneß schon nach der Hälfte der Haftzeit auf Bewährung entlassen werden könnte. Die Anwendung dieser „Halbstrafenregelung“ sei in Bayern zwar selten, aber bei einem so bekannten Unternehmer wie Hoeneß würde ihn „alles andere sehr wundern“.

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