Recht + Steuern Immobilien als Altersvorsorge: Neues Urteil hilft Steuern sparen

  • Aus dem Magazin
Mit den richtigen Tipps können Freiberufler mit einem separaten Gewerbe Steuern sparen.

Mit den richtigen Tipps können Freiberufler mit einem separaten Gewerbe Steuern sparen.© Isabell Klett

Behielt ein Firmeninhaber Immobilien als Altersvorsorge, wenn er sein Geschäft an die nächste Generation übergab, musste er bislang eine Menge Steuern zahlen. Ein neues Urteil setzt dem Fiskus Grenzen.

Wer plant, das familieneigene Unternehmen an die nächste Generation abzugeben, sollte die Nachfolge zügig regeln. Derzeit lassen sich Firmen oder Firmenanteile praktisch zum Nulltarif weiterreichen. Spätestens zum 1. Juli 2016 tritt ein neues Erbschaftsteuergesetz in Kraft, und dann dürfte es deutlich teurer werden.

Zudem sorgt ein Gerichtsurteil in vielen Fällen für eine Senkung der Steuerlast. Die Entscheidung des Bundesfinanzhofs (Az.: IV R 29/14) betrifft Inhaber von Personenfirmen (OHG, KG, GmbH & Co. KG), die ihren Unternehmen Immobilien als Sonderbetriebsvermögen zur Verfügung gestellt haben. Überträgt der Seniorchef die Firma auf Sohn oder Tochter, kann er seine Immobilien ausklammern, um sie etwa für seine eigene Altersversorgung zu nutzen.

Anzeige

Bislang erhob der Fiskus in solchen Fällen zusätzlich zur Erbschaftsteuer eine Art Strafaufschlag. Die Begründung: Weil der alte Inhaber nicht das komplette Unternehmen weitergebe, handele es sich um eine Betriebsaufgabe. Folglich kassierte das Finanzamt Einkommensteuern auf die stillen Reserven im übrigen Betriebsvermögen, also auf die Differenz zwischen Buchwert und tatsächlichem Wert. Damit ist nach dem Spruch aus München Schluss.

Einzige Voraussetzung für das Steuersparmodell: Der Nachfolger muss den Betrieb auch ohne die Immobilien des Seniorchefs weiterführen können. Der hat zwei Optionen: Er kann Grundstücke und Gebäude verkaufen – muss dann allerdings Steuern auf Verkaufsgewinne zahlen. Oder er parkt sie in einer separaten Firma – und kommt um weitere Abgaben herum.

Wer sicher gehen will, dass das Finanzamt bei der Aktion mitzieht, holt dort vorab eine verbindliche Auskunft ein.

Beispielrechnung

Ein Fabrikbesitzer überträgt 50 Prozent der Personenfirma (KG) auf die Tochter. Für die Erbschaft optiert er auf volle Steuerfreiheit. Vorab veräußert er ein Grundstück, das er dem Betrieb zur Verfügung gestellt hatte. Die Firma ist ohne die Immobilie 5 Millionen Euro wert (Verkehrswert). In der Bilanz sind die Anteile mit 3 Millionen Euro aufgeführt (Buchwert). Die Rechnung zeigt, wie viel Einkommensteuer die Familie gegenüber der bisherigen Regelung spart.

 

Altes Recht
Verkehrswert Firma 5.000.000 Euro
Buchwert Firma 3.000.000 Euro
Stille Reserven 2.000.000 Euro
Übertragung ( 50 %) 1.000.000 Euro
 Zu versteuern 1.000.000 Euro
Steuer (z.B. 45 %) 450.000 Euro

 

Neues Recht
Verkehrswert Firma 5.000.000 Euro
Buchwert Firma 3.000.000 Euro
Stille Reserven 2.000.000 Euro
Zu versteuern 0 Euro
 Steuern gespart* 450.000 Euro

 

_P3M8758
Zeno Eder ist Steuerberater in der Kanzlei LKC Kemper Czarske v. Gronau Berz aus Grünwald bei München.

 

impulse-Magazin Juli 2015 Ein Artikel aus der impulse-Ausgabe 07/15.

 impulse-Mitglieder erhalten die neueste Ausgabe jeden Monat frisch nach Hause geliefert. Und über die impulse-App für iOS- und Android-Geräte können Sie die neuen Ausgaben  bequem auf Tablet oder Smartphone lesen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.