Recht + Steuern Mieter riskiert fristlose Kündigung bei Wohnungsvermietung über Airbnb

Die Homepage von Airbnb:  Wer seine Wohnung ohne Erlaubnis des Vermieter an Touristen überlässt, riskiert eine fristlose Kündigung.

Die Homepage von Airbnb: Wer seine Wohnung ohne Erlaubnis des Vermieter an Touristen überlässt, riskiert eine fristlose Kündigung.© Airbnb Homepage

Für Mieter ist es verlockend: Die Wohnung über Internetportale wie Airbnb an Touristen zu vermieten - und damit Mietkosten zu sparen. Doch der Schritt ist riskant: Die unerlaubte Weitervermietung kann eine fristlose Kündigung des Mietvertrags rechtfertigen, urteilte jetzt das Landgericht Berlin.

Wer seine Wohnung ohne Einwilligung des Vermieters an Touristen vermietet, riskiert die fristlose Kündigung. Eine entgeltliche Überlassung der Wohnung über die Webseite Airbnb sei ohne die Erlaubnis des Vermieters vertragswidrig, entschied jetzt das Landgericht Berlin (Az: 67 T 29/15). Dies gelte insbesondere dann, wenn nicht nur ein Teil, sondern die komplette Wohnung über das Internetportal angeboten werde. Bei Airbnb können Privatleute Zimmer und Wohnungen anbieten.

Eine Mieterin in Berlin hatte ihre Wohnung mehrfach entgeltlich an Touristen überlassen – ohne vorher bei der Vermieterin um Erlaubnis zu fragen. Als die Vermieterin davon erfuhr, mahnte sie die Mieterin ab und untersagte eine Weitervermietung über das Übernachtungsportal. Die Mieterin nahm das Angebot jedoch nicht von der Webseite – und kassierte schließlich die fristlose Kündigung.

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Die Aufrechterhaltung des Angebots trotz Abmahnung sei als „gravierende Pflichtverletzung“ zu bewerten, urteilten die Berliner Richter. Der Mieter mache damit unmissverständlich klar, dass er die Vermietung an Touristen auch in Zukunft fortsetzen wolle. Das Vertrauen zwischen Vermieter und Mieter sei dadurch schwerwiegend erschüttert worden. Dabei ist nach Ansicht der Richter unerheblich, ob in der Zeit nach der Abmahnung tatsächlich noch ein Tourist in der Wohnung übernachtet hat.

Der Vermieterin stehe in solch einem Fall nicht nur ein Recht zur fristgemäßen, sondern auch zur außerordentlichen Kündigung des Mietvertrags zu. Mit seiner Entscheidung beruft sich das Landgericht nach eigenen Angaben auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs.

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