Recht + Steuern Mindestlohn für Praktikanten: Gabriel kündigt Änderungen an

Bisher soll der Mindestlohn nach den Plänen der großen Koalition auch für freiwillige Praktika gelten, die länger als sechs Wochen dauern. Jetzt hat Wirtschaftsminister Gabriel gegenüber Unternehmen Erleichterungen angekündigt.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat Änderungen an den bisherigen Koalitionsplänen für einen Mindestlohn für Praktikanten angekündigt. „Wir lösen Ihr Problem“, sagte der SPD-Chef und Vize-Kanzler am Freitag in Berlin vor Familienunternehmern auf die Frage nach Ausnahmen für Praktikanten. Konkrete Angaben machte er nicht. Er könne nicht in die Details zu dem gehen, was in der nächsten Woche verabschiedet werden solle.

Nach den Plänen von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sollen auch freiwillige Praktika, die länger als sechs Wochen dauern, mit mindestens 8,50 Euro pro Stunde vergütet werden. Nur Praktika, die offiziell Teil einer Ausbildung oder eines Studiums sind, fallen dem Gesetzentwurf zufolge nicht unter die Mindestlohn-Regelung.

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Die Union will außerdem durchsetzen, dass andere Bereiche wie Saisonarbeiter in der Landwirtschaft vom Mindestlohn ausgenommen werden. Die Vorsitzende des Agrarausschusses, Gitta Connemann (CDU), sagte der „Rheinischen Post“ (Freitag): „Ohne spezielle Lösung für Erntehelfer werden Spargel, Erdbeeren, Gurken und Wein aus deutschen Landen der Vergangenheit angehören – das könnte ich nicht verantworten.“ Man stehe bei der Saisonarbeit im Wort. Der Mindestlohn soll am kommenden Donnerstag vom Bundestag beschlossen werden.

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