Recht + Steuern Neue Runde in Middelhoffs Prozessmarathon

Der ehemalige Topmanager Thomas Middelhoff wurde vom Essener Landgericht zu drei Jahren Haft verurteilt.

Der ehemalige Topmanager Thomas Middelhoff wurde vom Essener Landgericht zu drei Jahren Haft verurteilt.© dpa

3,4 Millionen Euro sollte Thomas Middelhoff an den Insolvenzverwalter des pleitegegangenen Karstadt-Mutterkonzern Arcandor zahlen. Doch der Ex-Chef des Handelsriesen legte Berufung gegen das Urteil ein. Am Mittwoch verhandelt nun das Oberlandesgericht in zweiter Instanz über die umstrittenen Bonuszahlungen an den 61-Jährigen.

Über umstrittene Bonuszahlungen an den früheren Arcandor-Chef Thomas Middelhoff verhandelt an diesem Mittwoch das Oberlandesgericht in Hamm in zweiter Instanz. Der inzwischen 61 Jahre alte Middelhoff hatte die Gelder kurz vor seinem Ausscheiden beim Karstadt-Mutterkonzern Arcandor erhalten.

Das Landgericht Essen hatte den Manager im September vergangenen Jahres verurteilt, dem Insolvenzverwalter des Pleitekonzerns rund 3,4 Millionen Euro zu zahlen. Denn das Gericht sah einen Sonderbonus in Millionenhöhe, den der Manager kurz vor seinem Ausscheiden erhalten hatte, als rechtlich nicht zulässig an. Der klagende Insolvenzverwalter hatte ursprünglich von Middelhoff sogar fast 16 Millionen Euro an Bonuszahlungen, Tantiemen, Reisekosten und Spesen zurückgefordert. Mit Middelhoff wurden auch andere ehemalige Arcandor-Vorstände und Aufsichtsräte zu teilweise siebenstelligen Zahlungen verpflichtet.

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Middelhoff und der Insolvenzverwalter legten Berufung ein

Beide Seiten hatten allerdings Berufung gegen das Urteil eingelegt. Deshalb muss sich nun noch einmal das Oberlandesgericht Hamm mit der Sache befassen.

Für Middelhoff ist es allerdings nicht der einzige Gerichtstermin in Sachen Arcandor in der kommenden Woche. Am Dienstag und am Donnerstag geht in Essen der Strafprozess weiter, in dem sich der Manager wegen des Verdachts der Untreue zu Lasten des Handelskonzerns verantworten muss. Die Anklage wirft Middelhoff vor, Arcandor insgesamt mit betriebsfremden Kosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro belastet zu haben. Hauptsächlich geht es um Flüge mit Charterflugzeugen, die von Arcandor bezahlt wurden, nach Auffassung der Anklagebehörde aber ganz oder teilweise privat veranlasst waren. Middelhoff weist die Vorwürfe entschieden zurück.

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