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14.11.2007

Entbürokratisierung: Die Artuspreisträger 2007

Hier finden Sie alle Informationen zu den Projekten der Endrundenteilnehmer des Wettbewerbs.

1. Preis: Kreis Dithmarschen Ein guter Wirtschaftsstandort wirbt nicht mit Worten, sondern mit Taten. Aus dieser Motivation haben Landrat Dr. Jörn Klimant und sein Baudezernent Dr. Rolf-Oliver Schwemer den Kreis Dithmarschen zur wirtschaftsfreundlichsten Kommune 2007 gemacht. Ihr Prinzip: Sie richteten ihre Verwaltung in Sachen Schnelligkeit, Präzision und Kundenorientierung nach denselben Kriterien aus, wie sie auch in Unternehmen gelten. In knapp zehn Jahren haben die beiden die Verwaltung auf den Kopf gestellt und mit Hilfe von Zielvereinbarungen, Benchmarks und Controlling-Instrumenten Bearbeitungsinhalte und vor allem die Verfahrensdauer genau festgeschrieben. Wirtschaftsfreundlichkeit ist dabei im Norden mehr als ein Wort. Als erste Kommune erfüllte der Kreis Dithmarschen die Kontrollkriterien der RAL-Gütegemeinschaft "Mittelstandsorientierte Verwaltung".
www.dithmarschen.de

2. Preis: Hessisches Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen Mehr als 100 000 Großraum- oder Schwertransporte rollen jährlich über Deutschlands Straßen. Noch größer war bislang die Aktenlawine, die für die notwendigen Abstimmungen durch Deutschlands Amtstuben rollte. Damit die Riesen-Lkw nicht schon in dem Genehmigungsverfahren zwischen diversen kommunalen, Landes- und Bundesbehörden im Stau stecken bleiben, haben das Hessische Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen und sein Leiter Wolfgang Scherz ein elektronisches Verfahrensmanagement entwickelt. Bundesweit sind damit alle für die schweren Brummis zuständigen Behörden vernetzt, können die Transporte online bis zur Abfahrt betreuen. Nicht selten ändert sich bei den aufwändigen Transporten etwas in letzter Minute – früher war deshalb ein neues Genehmigungsverfahren mit entsprechenden Terminverschiebungen erforderlich – jetzt sind online alle informiert und können sich auf die Änderungen einstellen. Das spart nicht nur in den Behörden und Betrieben Zeit und Formularkram – weil die Wirtschaft punktgenaue Genehmigungen erhält, entfallen die bislang häufigen Wartezeiten und entspreche Kosten von bis zu 20 000 Euro pro Tag.
www.hsvv.hessen.de

3. Preis: Stadt Castrop-Rauxel Das Prinzip der one-stop-agency setzt sich in Deutschlands Wirtschaftsbehörden immer mehr durch. Die Stadt Castrop-Rauxel hat den Service aus einer Hand noch optimiert: Mit der Kundenkarte CasCard vermittelt der Chef des Service Centers Wirtschaft, Hans-Werner Diel, Unternehmern in der Stadt nicht nur den direkten Draht zum persönlichen Berater im kommunalen Haus der Wirtschaft und einzigem Ansprechpartner in Behördenfragen. Das Kärtchen erlaubt auch den Zugang zu zahlreichen Dienstleistungen von Privatunternehmen von A wie Autovermietung bis Z wie Zeitung. Die Wirtschaftsförderung hat so ein Prinzip übernommen, das in der Wirtschaft als eines der besten Kundenbindungssysteme gilt.
www.castrop-rauxel.de

Sonderpreis Hessen: Amt für Wirtschaft und Liegenschaften Wiesbaden Was macht ein Kämmerer, um mehr Steuern einzunehmen? Er sorgt dafür, dass sich die Unternehmen in seiner Stadt wohl fühlen und kräftig investieren. In Wiesbaden hat der Oberbürgermeister und Kämmerer Dr. Helmut Müller diesen Gedanken zum Prinzip erhoben. Gemeinsam mit dem Chef der Wirtschaftsförderung, Werner Backes, hat er Investitionsvorhaben von Unternehmen oberste Priorität eingeräumt. Egal ob Neuansiedlung oder Betriebserweiterung: Von der Standortberatung bis zu den erforderlichen Genehmigungen begleitet ein Berater als einziger Ansprechpartner die Unternehmen von Station zu Station. Das spart Zeit und Kosten – insbesondere unter Mittelständler gilt Wiesbaden deswegen inzwischen als attraktiver Standort, an dem man gerne Steuern zahlt.
www.wiesbaden.de

Ehrenpreis: RAL-Gütegemeinschaft Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung Das Bemühen um weniger Bürokratie und mehr Wirtschaftsfreundlichkeit hat eine neue Dimension bekommen. Damit das Gute mehr als eine gute Absicht ist und Versprechen auch kontrollierbar eingehalten werden, haben zwölf Kommunen die RAL-Gütegemeinschaft Mittelstandsorientierte Kommunalverwaltung gegründet. Erstmals können sich Verwaltung zertifizieren lassen, wie es in der Wirtschaft seit längerem üblich ist. Dafür müssen sie 13 genau definierte Kriterien über Ansprechpartner, Arbeitsweise, Termineinhaltungen und Zielvereinbarungen erfüllen und sich regelmäßig der Prüfung durch externe Fachleute stellen. Die Gütesiegel-Kriterien sind zugleich ein Leitfaden für andere Kommunen. Das erste Dutzend zertifizierter Städte und Kreise ist bereits vol, weitere sechs befinden sich im Prüfverfahren.
www.gmkev.de

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