Bauvertragsrecht Das ändert sich 2018 für private Bauherren

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Stressfrei ins neue Eigenheim: Auch für private Bauherren bringt das neue Bauvertragsrecht wichtige Änderungen.

Stressfrei ins neue Eigenheim: Auch für private Bauherren bringt das neue Bauvertragsrecht wichtige Änderungen.© schulzie / Fotolia.com

Das neue Bauvertragsrecht tritt am 1. Januar 2018 in Kraft. Für private Bauherren bringt es wichtige Änderungen – vor allem beim Verbraucherschutz. Die Neuerungen im Überblick.

Was ändert sich beim Widerruf von Verträgen?

Private Bauherren dürfen den Vertrag mit der Baufirma künftig binnen 14 Tagen nach Abschluss ohne Angabe von Gründen widerrufen. Wenn sie im Vertrag nicht oder fehlerhaft über dieses Recht aufgeklärt werden, läuft die Frist sogar 1 Jahr und 14 Tage

Experten warnen jedoch vor einem Widerruf nach Beginn der Bauarbeiten, weil Gewährleistungsrechte für die bereits erbrachten Leistungen wegfallen und komplexe Regeln zur Rückabwicklung greifen. „Zudem ist es schwierig, einen Anbieter zu finden, der die Bauarbeiten fortsetzt – vor allem, wenn es schnell gehen soll“, sagt Sebastian Huck, Baurechtler bei der Kanzlei Brandi in Bielefeld.

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Was muss in der Baubeschreibung stehen?

Besonders erfreulich für private Auftraggeber: Bauunternehmer müssen ihnen in Zukunft eine detaillierte Baubeschreibung überreichen, in der sie unter anderem einen konkreten Fertigstellungstermin nennen. Steht der Baubeginn bei Vertragsschluss nicht fest – etwa weil noch die Genehmigung fehlt –, müssen sie stattdessen die Dauer der Bauarbeiten beziffern.

Abweichungen von der Baubeschreibung führen dann automatisch zu einem Mangel, für den der Anbieter geradestehen muss. „Damit haften Bauunternehmen für Schäden, die durch eine verspätete Fertigstellung der Immobilie entstehen – also etwa wenn der Bauherr länger Miete zahlen muss als geplant“, sagt Sebastian Huck, der auch Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht ist.

Wie hoch dürfen Abschlagszahlungen maximal sein?

Zudem wird es für Baufirmen schwieriger, hohe Vorauszahlungen zu fordern, die nicht dem Baufortschritt entsprechen. Laut Gesetz dürfen sie bei privaten Bauherren künftig höchstens 90 Prozent der vereinbarten Gesamtvergütung vorab als „Abschlagszahlungen“ in Rechnung stellen. Das bringt Kunden mehr Sicherheit, dass die Bauarbeiten anständig zu Ende gebracht werden.

Was passiert bei Mängeln am Bau?

Das neue Bauvertragsrecht sieht vor, dass Bauarbeiten als „abgenommen“ und damit für gut befunden gelten, wenn sich der Auftraggeber innerhalb einer vom Anbieter gesetzten Frist nicht dazu äußert. Das gilt selbst, wenn erhebliche Mängel bestehen. Private Bauherren müssen aber schriftlich darauf hingewiesen werden, dass diese „Abnahmefiktion“ eintritt.

Um eine fingierte Abnahme zu verhindern, reicht es, mindestens einen Mangel zu rügen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob es sich tatsächlich um einen Mangel handelt oder ob dieser juristisch als „wesentlich“ oder „unwesentlich“ einzustufen ist.


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