Künstlersozialkasse Was Arbeitgeber bei einer KSK-Prüfung wissen sollten

Das Logo und der Schriftzug der Künstlersozialkasse auf Briefbögen: Seit 2015 hat die KSK die Anzahl ihrer Prüfungen bei Arbeitgebern massiv erhöht.

Das Logo und der Schriftzug der Künstlersozialkasse auf Briefbögen: Seit 2015 hat die KSK die Anzahl ihrer Prüfungen bei Arbeitgebern massiv erhöht. © dpa

Die Künstlersozialkasse hat ihre Prüfungen verschärft. Was Arbeitgeber beachten müssen, wenn die KSK-Prüfer ihre Firma unter die Lupe nehmen.

Was kommt auf die Unternehmen zu?

Ab 2015 will die Künstlersozialkasse (KSK) die Anzahl ihrer Prüfungen von 70.000 auf 400.000 steigern. Vorgenommen werden die Kontrollen hauptsächlich von der Deutschen Rentenversicherung – im Zuge der Arbeitgeberprüfungen. Zudem bekommt die KSK ein eigenes Prüfrecht.

32 Millionen Euro mehr als bisher soll die Behörde so eintreiben. Mit dem Geld bietet die KSK rund 180.000 freischaffenden Künstlern und Publizisten eine Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Sie zahlen 50 Prozent der Beiträge. Den Rest tragen Firmen, die freie Künstler beschäftigen, und der Bund.

Anzeige

Müssen Arbeitgeber bei der Prüfung kooperieren?

Ja. Für die KSK seien vier W entscheidend, sagt der Kieler Anwalt Andri Jürgensen von der Kanzlei für Kunst, Kultur und Medien. So müssten Unternehmer offenbaren, „welche Zahlungen wann, an wen und für welche künstlerischen Leistungen“ geflossen sind.

Dafür dürfen die Prüfer Zahlungsbelege und Firmenkonten einsehen und bei Bedarf die Finanzbehörden um Amtshilfe bitten. „Bei fehlender Mitwirkung darf die KSK die Bemessungsgrundlage sogar schätzen“, mahnt Jürgensen.

Wen überprüft die Rentenversicherung?

Unternehmer, die 20 Mitarbeiter oder mehr haben, sollen alle vier Jahre kontrolliert werden. Für kleinere Unternehmen gilt eine Quote. Von ihnen sollen jedes Jahr 40 Prozent überprüft werden.

Wer nicht sofort kontrolliert wird, erhält eine Belehrung über die verpflichtende Abgabe, die unterschrieben zurückgeschickt werden muss. „Als Unternehmer kann man dann nicht mehr weggucken und sagen, man habe nichts von der Abgabepflicht gewusst“, sagt Anwalt Jürgensen.

Wann wird die Künstlersozialabgabe fällig?

Ab 2015 liegt die jährliche Bagatellgrenze bei 450 Euro. Wer dann etwa einen freien Fotografen einmalig für 451 Euro engagiert, muss auf das Nettohonorar die KSK-Abgabe (derzeit 5,2 Prozent) zahlen.

Ein Paradigmenwechsel. „Bislang war entscheidend, wie regelmäßig ein Betrieb freischaffende Künstler beschäftigt hat“, so Jürgensen. Die neue Grenze sei niedrig angesetzt. Allein Website-Gestaltungen können mehr als 1000 Euro kosten.

Muss ich ein Bußgeld zahlen, wenn ich die Künstlersozialabgabe nicht gezahlt habe?

In der Vergangenheit hatten viele Unternehmer die KSK-Abgabe ignoriert – „aber viele sind einfach noch unwissend“, sagt Jürgensen. Säumige Unternehmer fürchten nun, in die Fänge der KSK zu geraten und Bußgelder zahlen zu müssen.

Solche Drohszenarien seien jedoch eher die Ausnahme – zumindest noch. „Die Bußgeldpraxis der KSK war bisher sehr kulant.“ Das könnte sich mit den zunehmenden Kontrollen und Belehrungen jedoch ändern. Die KSK-Bußgelder sind mit der Gesetzesnovelle hochgestuft worden – auf bis zu 50 000 Euro.
impulse-Magazin Oktober 2014Aus der impulse-Ausgabe 11/14.

Abonnenten erhalten die neueste Ausgabe jeden Monat frisch nach Hause geliefert. Und über die impulse-App für iOS- und Android-Geräte können Sie die neuen Ausgaben bequem auf Tablet oder Smartphone lesen.

impulse-Akademie: Strategie & Inspiration für Ihr Unternehmen
Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.