Richtig kündigen So gelingt Ihnen ein sauberer Schnitt

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Wollen Sie bei einer Kündigung einen sauberen Schnitt machen und negative Nachwirkungen vermeiden, müssen Sie einiges beachten.

Wollen Sie bei einer Kündigung einen sauberen Schnitt machen und negative Nachwirkungen vermeiden, müssen Sie einiges beachten.© trix13 / photocase.de

Wie kündigt man einem Mitarbeiter, ohne dass es rechtliche Konsequenzen nach sich zieht? Eine Rechtsanwältin über Nachweispflichten, Abmahnungen und Trennungsgespräche.

Bei einer Kündigung gibt es einiges zu beachten. Egal ob der Mitarbeiter ständig zu spät kommt, ein Alkoholproblem hat oder seine Arbeit nicht richtig erledigt, oft kommt es zu Rechtsstreitigkeiten, weil etwas nicht richtig ausgeführt oder dokumentiert wurde. Wie Arbeitgeber richtig kündigen und eine Klage abwenden, erklärt Rechtsanwältin Petra Dalhoff:

Wann darf ich als Arbeitgeber kündigen?

Wenn der Arbeitnehmer gegen eine Vertragspflicht verstößt, also zum Beispiel mehrmals zu spät zur Arbeit kommt oder Kollegen beleidigt. Ein störender Körpergeruch reicht nicht als Grund für eine Kündigung, Alkohol oder andere Drogen dagegen schon. Das gilt allerdings nur, wenn Suchtmittel im Arbeitsvertrag explizit verboten werden, und der Angestellte bei der Arbeit trinkt oder betrunken zum Dienst erscheint. Was Mitarbeiter in ihrer Freizeit machen, kann der Arbeitgeber nicht kontrollieren.

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Muss ich vorher abmahnen?

In besonders schweren Fällen, wie bei einem größeren Diebstahl oder einer Prügelei, kann direkt fristlos gekündigt werden. Normalerweise muss ein Fehler aber zuvor mindestens einmal abgemahnt werden. Eine feste Regel, wie oft abgemahnt werden muss, gibt es nicht. Das hängt davon ab, wie lange der Mitarbeiter schon im Unternehmen arbeitet und wie schwer der Verstoß ist.

Die Abmahnung muss spätestens bis zwei Wochen nach dem Regelverstoß am besten schriftlich erfolgen. Dabei sollte der Arbeitgeber konkret beschreiben, was das Fehlverhalten ist und welche Änderung er erwartet. Vorlagen dafür gibt es im Internet und in Handbüchern. Am besten lassen Unternehmer das Schreiben aber von einem Anwalt prüfen. Denn die Kündigung wird später vor Gericht nur haltbar sein, wenn die Abmahnung wirksam war.

Wann ist eine Kündigung gültig?

Zwischen den Abmahnungen und der Kündigung sollte eine angemessene Zeit verstreichen, damit der Mitarbeiter Gelegenheit hatte, sein Verhalten zu ändern. Zudem muss der Arbeitgeber das Fehlverhalten seines Mitarbeiters im Zweifelsfall vor Gericht nachweisen können. Wer zum Beispiel einem Angestellten unentschuldigtes Fehlen vorwirft, muss dafür Zeugen oder auch ein System zur Zeiterfassung haben. Das Gleiche gilt bei Alkoholproblemen: Um sich rechtlich abzusichern, sollten die einzelnen Vorfälle über einen gewissen Zeitraum schriftlich dokumentiert werden.

Eine gescheiterte Kündigung ist immer der schlechteste Ausgang für den Unternehmer. Dann muss er dem Arbeitnehmer den Lohnausfall während des Rechtsstreits und meist auch noch eine hohe Abfindung zahlen, um sich gegebenenfalls freizukaufen.

Lassen sich Rechtsstreitigkeiten verhindern?

Das klappt leider nicht immer, aber ein gutes Trennungsgespräch verbessert die Chancen deutlich. Diese Unterhaltung führt idealerweise der direkte Vorgesetzte mit dem Mitarbeiter unter vier Augen. Zudem kann es sinnvoll sein, einen Zeugen aus der Personalabteilung mit dabei zu haben.

Im Gespräch sollte der Chef trotz allem, was vorgefallen ist, immer höflich und sachlich bleiben, die Gründe für die Kündigung offen legen und dem Mitarbeiter abschließend ein ordentliches Zeugnis schreiben. So lässt sich eine Klage in vielen Fällen abwenden.

 

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Ein Artikel aus der impulse-Ausgabe 04/16.

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