Recht + Steuern Steuerhinterziehung: Erwin Müller zeigte sich selbst an

Ansicht des Logos und des Schriftzugs der Drogeriemarktkette Müller

Ansicht des Logos und des Schriftzugs der Drogeriemarktkette Müller© picture-alliance / dpa

In Millionenhöhe hat der Drogerie-Unternehmer Erwin Müller Steuern hinterzogen. Der bayerische Milliardär erstattete Selbstanzeige und zahlte nach. Vergessen wurde dabei ein Konto bei der Schweizer Bank Sarasin. Nun prüft die Staatsanwaltschaft Stuttgart.

Drogerie-Unternehmer Erwin Müller hat jahrelang Steuern hinterzogen, sich dann aber den Behörden gestellt. „Herr Müller hat im Jahr 2010 eine Selbstanzeige abgegeben, mit der er die Nachzahlung von Steuern eingeleitet hat“, sagte ein Sprecher des Unternehmers am Montag und bestätigte Informationen der „Süddeutschen Zeitung“.

Konkret geht es um die Jahre 1999 bis 2007. „Alle damals vorliegenden und von der Schweizer Bank Sarasin bestätigten Gewinne und Verluste aus diesen Jahren wurden dem Finanzamt nachgemeldet und darauf in vollem Umfang Steuern und Zinsen nachentrichtet“, betonte der Sprecher. Der Zeitung zufolge soll es sich dabei um ein bis zwei Millionen Euro handeln.

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Ganz vorbei ist die Geschichte für Müller damit aber nicht: In der Auflistung fehlt ein Konto bei der Bank Sarasin für zwei Jahre, wie sein Sprecher bestätigte. Der Drogerie-Unternehmer sehe die Schuld aber nicht bei sich. „Dieser Fehler liegt bei der Bank und war weder durch Herrn Müller noch durch seine Steuerberater zu erkennen.“ Das Geldinstitut wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat entsprechende Unterlagen zu dem Fall von der Straf- und Bußgeldstelle Ulm zugeschickt bekommen. Einer Sprecherin der Anklagebehörde zufolge werden diese noch geprüft.

2014: Rekord bei Selbstanzeigen

Vor dem Inkrafttreten schärferer Regeln für die strafbefreiende Selbstanzeige haben so viele Steuerbetrüger in Deutschland reinen Tisch gemacht wie nie zuvor. 2014vseien bei den Finanzbehörden fast 40.000 Selbstanzeigen eingegangen, wie aus einer Umfrage der Zeitung „Die Welt“ hervorgeht.

Die meisten Anzeigen habe es in Baden-Württemberg gegeben, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Bayern. Die wenigsten Selbstanzeigen seien aus Mecklenburg-Vorpommern gemeldet worden.

Der Rekordwert hatte sich schon länger abgezeichnet. Seit Januar ist es für reuige Steuerbetrüger deutlich teurer, per Selbstanzeige straffrei davonzukommen. Steuerbetrug bleibt nun lediglich noch bis zu einer hinterzogenen Summe von 25.000 Euro straffrei.

Bei höheren Beträgen wird nur gegen Zahlung eines kräftigen Zuschlags von Strafverfolgung abgesehen. Für eine wirksame Selbstanzeige verlängert sich auch der Offenlegungszeitraum. Der geständige Steuerhinterzieher muss nun für zehn Jahre reinen Tisch machen.

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