Das macht die reuigen Sünder zu heiß begehrter Kundschaft. Unter anderem wenden sich Wirtschaftsprüfer von KPMG in einem zweiseitigen Infoblatt an potentielle Interessenten und präsentieren den schematischen Ablauf der Selbstanzeige - in acht Stufen wird der hochnotpeinliche Vorgang für die Betroffenen zur "plan- und beherrschbaren Lösung". Extra für deutsche Steuerhinterzieher beschäftigt KPMG eine eigene Abteilung in Zürich, das "German Tax&Legal Center".
Die Vermögensberatung Kaiser Ritter aus Liechtenstein ist da schon einen Schritt weiter: Eigentlich stehen Finanzmanager in dem Steuerparadies nicht ganz zu Unrecht im Verdacht, deutschen Steuerzahlern dabei zu helfen, ihr Geld am Fiskus vorbeizuschleusen und unauffällig im Fürstentum unterzubringen. Doch Kaiser Ritter Partner setzt auf Ehrlichkeit: In einer Zeit tiefgreifenden Wandels sei die Firma darauf bedacht, "auf der richtigen Seite der Veränderung dabei zu sein", lässt das Unternehmen ausrichten.
Teure Reinwaschung
Denn die Zeit der Offshore-Steueroasen ist nach Auffassung von Firmenchef Fritz Kaiser abgelaufen: "Das Bankgeheimnis mit Schutz bei Steuerhinterziehung wird schon bald der Vergangenheit angehören," sagt er und zieht für seine Firma entsprechende Konsequenzen. Kaiser Ritter wirbt mit Steuerkonformität bei der Vermögensplanung.
Zudem berät das Unternehmen deutschen Kunden, ihren Steuerstatus in der Bundesrepublik zu "überprüfen und gegebenenfalls Korrekturen einzuleiten", wie es im Firmenjargon heißt. Die Nachfrage ist laut der Vermögensberatung groß und wird wohl rasch weiter ansteigen. Für Steuerhinterzieher aus den USA hat das Unternehmen zudem eine Dependance im schweizerischen Zollikon gegründet. Deren Berater helfen bei der Offenlegung vor US-Steuerbehörden, die sich UBS-Kunden vorgeknöpft haben.
Die Reinwaschung von den Sünden ist für die Betroffenen wohl nicht ganz billig: Laut Medienberichten soll Kaiser Ritter bis zu 500 Franken die Stunde verlangen, zudem kassiere der US-Fiskus etwa ein Drittel des Vermögens. Kaiser Ritter bestätigt das allerdings nicht und verweist darauf, dass sich die Frage der Kosten nicht wirklich stelle. Die Kunden seien eher dankbar, dass man ihnen in einer "aktuell schwierigen Situation" professionell helfe.
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