Altverluste Verspekuliert? Das könnte sich zumindest steuerlich lohnen

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Wer vor 2009 Verluste mit Aktiengeschäften gemacht hat, kann diese möglicherweise geltend machen.

Wer vor 2009 Verluste mit Aktiengeschäften gemacht hat, kann diese möglicherweise geltend machen.© Isabell Klett

Wer aus der Zeit vor 2009 ein Minus aus Aktiengeschäften übrig hat, kann diese Altverluste dank zweier Klagen möglicherweise steuerlich geltend machen.

Für Anleger, die Spekulationsverluste mit Aktien aus den Jahren vor 2009 („Altverluste“) bislang nicht steuersparend nutzen konnten, bietet sich eine neue Chance – unter der Voraussetzung, dass sie seinerzeit vom Finanzamt einen Verlustfeststellungsbescheid erhalten haben. Dann können sie demnächst womöglich von aktuellen Aktiengewinnen die Altverluste abziehen und nur auf die Differenz Steuern zahlen.

Das hat mit der Einführung der Abgeltungsteuer 2009 zu tun. Seitdem behalten die Banken für den Fiskus stets 25 Prozent Steuern von Kapitalerträgen und Veräußerungsgewinnen ein. Im Gegenzug darf man Aktienverluste jederzeit gegenrechnen – Altverluste aber nicht mehr.

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Für diese gab es eine Übergangsregelung. Von 2009 bis 2013 konnten Anleger die Altverluste mit aktuellen Gewinnen aus Aktienverkäufen ausgleichen. War dies mangels Gewinn nicht möglich, haben die Finanzämter inzwischen die Beträge in (neue) Verluste umgewandelt. Diese lassen sich aber nur noch mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnen, wie etwa Immobilienverkäufen.

Ist die kurze Übergangsfrist für Altverluste verfassungswidrig?

Anleger, die solche neuen Verlustfeststellungsbescheide erhalten, sollten Einspruch einlegen und das Amt auffordern, die Sache ruhen zu lassen. Denn die Finanzgerichte Düsseldorf (Az.: 1 K 3224/14 F) und Münster (Az.: 12 K 3530/14 F) prüfen derzeit, ob die kurze Übergangsfrist für Altverluste verfassungswidrig ist.

Sollte die Einspruchsfrist (ein Monat) bereits abgelaufen sein und die neuen Bescheide unter dem Vorbehalt der Nachprüfung stehen, warten Anleger zunächst ab. Erst wenn die Finanzämter den Vorbehalt aufheben, sollten Anleger hiergegen Einspruch einlegen.

impulse_Cover_01_2016-100Ein Artikel aus der impulse-Ausgabe 01/16.

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